<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?> <rss version="2.0" xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/" xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/" xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/" xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom" xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/" xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/" ><channel><title>Welt-Ernährung &#187; Im Norden</title> <atom:link href="http://www.welt-ernaehrung.de/category/agrotreibstoffe/im_norden-agrotreibstoffe/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" /><link>http://www.welt-ernaehrung.de</link> <description>Den Ursachen des Hungers auf der Spur.</description> <lastBuildDate>Wed, 11 Jan 2012 04:53:53 +0000</lastBuildDate> <language>en</language> <sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod> <sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency> <generator>http://wordpress.org/?v=</generator> <item><title>Presserat rügt Daimler und Bayer wegen getarnter Jatropha-Werbung</title><link>http://www.welt-ernaehrung.de/2010/05/31/presserat-rugt-daimler-und-bayer-wegen-getarnter-jatropha-werbung/</link> <comments>http://www.welt-ernaehrung.de/2010/05/31/presserat-rugt-daimler-und-bayer-wegen-getarnter-jatropha-werbung/#comments</comments> <pubDate>Mon, 31 May 2010 08:00:03 +0000</pubDate> <dc:creator>PCl</dc:creator> <category><![CDATA[Agrotreibstoffe]]></category> <category><![CDATA[Im Norden]]></category> <category><![CDATA[Agrotreibstoff]]></category> <category><![CDATA[Bayer Health Care]]></category> <category><![CDATA[Daimler]]></category> <category><![CDATA[Jatropha]]></category><guid isPermaLink="false">http://www.welt-ernaehrung.de/?p=410</guid> <description><![CDATA[Kostenloser Artikel auf LifeGen.de Daimler und Bayer wollten Medien foppen &#8211; und kassieren öffentliche Rüge Der Deutsche Presserat hat heute einen Verstoß der Sindelfinger Zeitung/Böblinger Zeitung (SZBZ) gegen den Pressekodex festgestellt. Von den vier möglichen Sanktionsmöglichkeiten wurde die schärfste (&#8220;öffentliche Rüge mit Abdruckverpflichtung&#8221;) verhängt. Der Presserat hatte sich auf Antrag der Coordination gegen BAYER-Gefahren mit [...]]]></description> <content:encoded><![CDATA[<p>Kostenloser Artikel auf <a href="http://www.lifegen.de/newsip/shownews.php4?getnews=m2010-05-31-2419&#038;pc=s02">LifeGen.de</a></p><p><strong>Daimler und Bayer wollten Medien foppen &#8211; und kassieren öffentliche Rüge</strong></p><p>Der Deutsche Presserat hat heute einen Verstoß der Sindelfinger Zeitung/Böblinger Zeitung (SZBZ) gegen den Pressekodex festgestellt. Von den vier möglichen Sanktionsmöglichkeiten wurde die schärfste (&#8220;öffentliche Rüge mit Abdruckverpflichtung&#8221;) verhängt. Der Presserat hatte sich auf Antrag der Coordination gegen BAYER-Gefahren mit dem am 5. Februar erschienenen Artikel &#8220;Grundstoff für Biodiesel-Produktion&#8221; befasst. Darin wird ein Projekt der Firmen Daimler und Bayer zum Anbau der ölhaltigen Pflanze Jatropha in Indien vorgestellt. Als Autor wird SZBZ-Redakteur Werner Eberhardt genannt. Peinlich für die PR-Profis beider Konzerne: Einen Tag zuvor war der Artikel jedoch wortgleich auf der Homepage der Daimler AG erschienen. Als Copyright wurde angegeben &#8220;Daimler AG. Alle Rechte vorbehalten&#8221;.</p><p>Da die Veröffentlichung in der SZBZ nicht als Anzeige gekennzeichnet war, verstößt der Abdruck gegen Ziffer 7 des Pressekodex (&#8220;Trennung zwischen redaktionellem Text und Veröffentlichungen zu werblichen Zwecken&#8221;).</p><p>Philipp Mimkes, Beschwerdeführer der Coordination gegen BAYER-Gefahren: &#8220;Der Anbau von Pflanzen für die Herstellung von Biodiesel führt zu einer wachsenden Konkurrenz um Anbauflächen und Wasser. Nicht zuletzt der Weltagrarbericht nennt nachwachsenden Treibstoff eine Bedrohung für die Ernährungssicherheit. Es ist daher nicht hinzunehmen, dass die Redaktion der Sindelfinger Zeitung bei einem solch sensiblen Thema die Propaganda von Daimler und Bayer eins zu eins übernimmt.&#8221; Paul Russmann, Sprecher der Kritischen Daimler-Aktionäre, ergänzt: &#8220;Daimler nutzt seine Machtstellung als einer der größten Arbeitgeber der Region aus, um die lokale Presse mit unlauteren Werbemethoden zum verlängerten Arm der Öffentlichkeitsabteilung zu machen&#8221;.</p><p>Die Coordination gegen BAYER-Gefahren (CBG) dokumentiert seit drei Jahrzehnten die Einflussnahme großer Unternehmen auf Medien und Berichterstattung. Der Firma Bayer gelingt es immer wieder, den Abdruck kritischer Berichte zu verhindern. Die Magazine Spiegel und Stern mussten nach kritischen Berichten mehr als zehn Jahre lang auf Anzeigen von Bayer verzichten; O-Ton aus der Zentrale des Chemie-Multis: &#8220;Damit die Jungs in Hamburg mal lernen, wer hier das Sagen hat&#8221;. Und nach einem Störfall in einem Bayer-Werk gelangte kürzlich ein Strategiepapier des Konzerns in die Öffentlichkeit, in dem empfohlen wird, kritische Medien zu &#8220;marginalisieren&#8221;. Axel Köhler-Schnura vom Vorstand der CBG: &#8220;Die Wahrheit und die Interessen von Mensch und Umwelt bleiben bei dieser Art von Berichterstattung auf der Strecke.&#8221;</p><p><strong>Großkonzerne kapern Deutschlands Medien</strong></p><p>Sind in Deutschland die Medien über Umwege doch käuflich und beeinflussbar? Die Frage zu stellen erscheint nicht nur nach Bayer und Daimler legitim. Denn nahezu unbemerkt von der Öffentlichkeit haben die Konzerne BASF, Siemens und RWE einen direkten Einfluss auf den journalistischen Nachwuchs in Deutschland etabliert: Im Rahmen der &#8220;Initiative Wissenschaftsjournalismus&#8221; tragen sie zur Ausbildung und Fortbildung von Medienvertretern bei. &#8220;Mit dem Mentoringprogramm 2010 wollen die Partner jungen Wissenschaftlern den qualifizierten Einstieg in den Journalismus erleichtern&#8221;m heißt es dazu von der beteiligten TU Dortmund, und: &#8220;In neun Monaten absolvieren die Teilnehmer ein journalistisches Intensivtraining, zwei redaktionelle Praktika bei hochrangigen Medien sowie eine &#8220;freie&#8221; Recherchephase&#8221;. Die unter Beteiligung der BASF laufenden Aktion involvoert praktisch nahezu alle führenden Medien Deutschlands. Die SPIEGEL-Gruppe ist nicht dabei, während selbst die Deutsche Presseagentur (DPA) de facto unter Konsortialflagge der BASF die begehrten Praktika anbietet. Auch BAYER bildet Journalisten aus &#8211; auf Seminaren in der Medienstadt Hamburg.</p><p><strong>So heißt es in der Selbstdarstellung des Projekts:</strong></p><p>&#8220;Die Praktika werden von folgenden Wissenschaftsredaktionen angeboten: Deutschlandfunk, dpa, Focus, FAZ/FAS, Frankfurter Rundschau, GEO, Hessischer Rundfunk, NZZ, PM, Sächsische Zeitung, Spektrum der Wissenschaft, spektrumdirekt, Stern, Stuttgarter Zeitung, Süddeutsche Zeitung, SWR, VDI nachrichten, WELT, WDR, ZDF und ZEIT. Wahlweise ist auch eine Spezialisierung auf den Bereich Wissenschaftskommunikation durch Praktika bei Fraunhofer und Max-Planck-Gesellschaft sowie RWE und Siemens möglich&#8221;.</p><p>Die Aus- und Fortbildung der Journalisten wird zudem durch finanzielle Anreize begleitet. So stellt das ominöse Konsortium &#8220;Recherchestipednien&#8221; in Höhe von EUR 10.000 zur Verfügung.</p><p>Einen Interessenskonflikt zwischen den beteiligten Großkonzernen und der freien Presse sehen die Beteiligten nicht.</p><p><strong>Auch Bayer HealthCare gab Journalisten kostenlose Nachhilfe</strong></p><p>BASF ist kein Einzelfall. Auch der Pharmakonzern Bayer HealthCare bot Journalisten im Juli vergangenen Jahres einen kostenlosen Kurs an &#8211; um Themen zu finden. &#8220;Von den Fakten zur Story &#8211; Themen finden und platzieren&#8221; hieß die entsprechende Veranstaltung in der Hamburger Speicherstadt. Ohnehin erstaunlich, wie sehr sich der Konzern um den medialen Unterricht bemühte: &#8220;Im Mittelpunkt des Workshops steht die Themenfindung. Sie gehört zur täglichen Herausforderung von Journalisten. Wie können Sie spannende Themen recherchieren und in der wachsenden Informationsflut immer wieder neue Stories entwickeln? Und wie können Redakteure ihre Beiträge noch besser in den Redaktionen platzieren?&#8221;.</p><p>Wer sich als Journalist auf die PR-Aktion des Unternehmens einließ, kam zudem in den Genuss einer perfekten Rundum-Betreuung: &#8220;Fragen beantworten wir gerne unter der kostenfreien Service-Hotline 0800 2040020&#8243;.</p><p><strong>FOCUS und Evonik: Verschwimmende Grenze zur Corporate Communications PR?</strong></p><p>Wie sehr die Grenzen zwischen Firmen-PR und Journalismus verschwimmen, belegt das Nachrichtenmagazin FOCUS in der Ausgabe vom 22. März 2010. &#8220;Steckdose statt Zapfsäule&#8221; heißt eine Sonderbeilage, die weder als Anzeige, noch als Kundenzeitschrift deklariert ist. Das &#8220;Gemeinschafts-Spezial von FOCUS und Evonik&#8221; outet sich freilich bei näherem Hinsehen als PR-Coup des einst als Degussa bekannten Chemieriesen. &#8220;Aus der sächsischen Provinz starten der Essener Industriekonzern Evonik und die Daimler AG gemeinsam in das Wettrennen um das Auto der Zukunft&#8221;, heißt es dazu auf Seite 15 des &#8220;FOCUS-Spezial&#8221; &#8211; unabhängiger Wissenschaftsjournalismus sieht anders aus.</p><p>Dass die Offensive der Industrie fruchtet, belegt auch Bayer HealthCare mit einem aktuellen Angebot an die Medien. So heißt es in einem Rundschreiben der Abteilung für Corporate Communications: &#8220;Drei Dinge reichen aus, um Redakteure von einem guten Artikel zu überzeugen: ein passender Titel, ein spannender Anleser und eine ansprechende Illustration. Wenn diese Elemente gut aufeinander abgestimmt sind, wecken sie Aufmerksamkeit und begeistern den Leser für das Thema&#8221;. Als ob Journalisten minderbemittelte Schreiberlinge ohne Sinn für Themen und Hintergrundstories wären, bietet das Unternehmen seine Nachhilfe an:</p><p>&#8220;Mit der Frage, wie Sie eine Story mit den richtigen journalistischen Mitteln aufbereiten, beschäftigt sich Peter Linden in unserem diesjährigen viva.vita Redaktionsworkshop. Unsere nächste Station ist Leipzig. Journalisten die daran teilnehmen möchten, sollten sich mit dem beiliegenden Antwortfax schnell anmelden. Es sind nur noch wenige Plätze frei!&#8221;</p><p>Was Bayer HealthCare zu erwähnen vergaß: Unliebsame Medien, die beispielsweise über Medikamente des Konzerns berichten, die im Verdacht stehen, lebensbedrohliche Nebenwirkungen zu haben, konfrontiert Bayer gerne mit Klagedrohungen. Auch wir bei LifeGen.de machten im vergangenen Jahr mit dieser Art der Themenaufarbeitung von Bayer HealthCare Bekanntschaft &#8211; und freuten uns auf den angedrohten Prozess. In dem wir gerne, vor Gericht, auf die entsprechenden Medikamente sehr ausführlich eingegangen wären. Am Ende zog Bayer den beauftragten Anwalt zurück und entschuldigte sich für das &#8220;Missverständnis&#8221; telefonisch &#8211; ein von LifeGen.de erbetenes Interview zum pikanten Thema blieb bis heute aus.</p> ]]></content:encoded> <wfw:commentRss>http://www.welt-ernaehrung.de/2010/05/31/presserat-rugt-daimler-und-bayer-wegen-getarnter-jatropha-werbung/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>0</slash:comments> </item> <item><title>Kommentiert: »The Politics of Hunger« by Paul Collier</title><link>http://www.welt-ernaehrung.de/2009/08/22/kommentiert-the-politics-of-hunger-by-paul-collier/</link> <comments>http://www.welt-ernaehrung.de/2009/08/22/kommentiert-the-politics-of-hunger-by-paul-collier/#comments</comments> <pubDate>Sat, 22 Aug 2009 00:00:02 +0000</pubDate> <dc:creator>PCl</dc:creator> <category><![CDATA[Agrotreibstoffe]]></category> <category><![CDATA[Gentechnik]]></category> <category><![CDATA[Im Norden]]></category> <category><![CDATA[Industrielle Landwirt.]]></category> <category><![CDATA[Agrotreibstoff]]></category> <category><![CDATA[Gentechnik-Lobby]]></category> <category><![CDATA[Grüne Revolution]]></category> <category><![CDATA[industrielle Landwirtschaft]]></category> <category><![CDATA[Monsanto]]></category> <category><![CDATA[Via Campesina]]></category><guid isPermaLink="false">http://www.welt-ernaehrung.de/?p=66</guid> <description><![CDATA[Innerhalb der letzten 12 Monate sind mehrere einflussreiche Publikationen der Befürworter von Gentechnik und industrieller Landwirtschaft erschienen Hier werfen wir einen Blick auf den ersten dieser Beiträge, den Walden Bello in seinem Text &#8220;The global food price crisis: A critique of orthodox perspectives“ als „Perhaps the most influential orthodox view on the causes, dynamics, and [...]]]></description> <content:encoded><![CDATA[<p>Innerhalb der letzten 12 Monate sind mehrere einflussreiche Publikationen der Befürworter von Gentechnik und industrieller Landwirtschaft erschienen Hier werfen wir einen Blick auf den ersten dieser Beiträge, den Walden Bello in seinem Text &#8220;The global food price crisis: A critique of orthodox perspectives“ als „Perhaps the most influential orthodox view on the causes, dynamics, and solution to the food price crisis“ bezeichnet (<a href="http://www.worldhunger.org/articles/09/editorials/bello.htm">http://www.worldhunger.org/articles/09/editorials/bello.htm</a>). Kaum überraschend, wird Colliers Beitrag vom World Food Program als Informationsquelle angeboten <a href="http://www.wfp.org/content/politics-hunger-foreign-affairs">(http://www.wfp.org/content/politics-hunger-foreign-affairs)</a>.</p><p>Der Text von <strong>Paul Collier</strong>, Ökonomie-Professor und Direktor des Center for the Study of African Economies an der Universität Oxford, erschien 2008 in der November-Ausgabe von <em>Foreign Affairs</em> mit dem Titel <strong>&#8220;The Politics of Hunger“</strong>.</p><p>In seiner Analyse ermittelt Collier drei Bedrohungen für die Welternährung: die kleinbäuerliche Landwirtschaft, die US-Subventionen für Agrosprit (der dort fast ausschließlich aus Mais gewonnen wird) und die europäische Zurückhaltung bei der Nutzung von gentechnisch modifizierten (GM-) Sorten. Sein Lösungsvorschlag: Die rasche Ausdehnung der industriellen Landwirtschaft und sofortige Abschaffung der US-Subventionen für Agrosprit. Später dann (weil die Entwicklung einer neuen GM-Sorte etwa 15 Jahre in Anspruch<span> </span>nimmt) der große Befreiungsschlag: Gentechnik für alle und überall. Mit den ersten beiden Maßnahmen schlägt er vor Zeit zu schinden, bis die ultimative Lösung dann greift.</p><blockquote><p><em>The three policies &#8212; expanding large commercial farms, ending the GM-crop ban, and doing away with the U.S. subsidies on ethanol &#8212; fit together both economically and politically. Lifting the ethanol subsidies would probably puncture the present ballooning of prices. The expansion of commercial farms could, over the next decade, raise world output by a further few percentage points. Both measures would buy the time needed for GM crops to deliver on their potential (the time between starting research and the mass application of its results is around 15 years). Moreover, the expansion of commercial farming in Africa would encourage global GM-crop research on Africa-suited crops, and innovations would find a ready market not so sensitive to political interference.</em></p></blockquote><p>Collier&#8217;s Strategie wäre in ihrer Simplizität fast zu belächeln, würde dahinter nicht der bittere Ernst von Millionen Dollar u.a. der Melinda &amp; Bill Gates-Stiftung für eine &#8220;Neue Grüne (gentechnische) Revolution<span> </span>in Afrika&#8221; stehen. Zu den amüsanteren Passagen gehört seine Erklärung, worauf die europäischen Gegnerschaft zur Gentechnik zurückzuführen ist – auf einen tief sitzenden Antiamerkanismus. Den gordischen Knoten durchschlägt er mit &#8220;Opferbereitschaft&#8221;: einerseits müssen die amerikanischen Agrospritsubventionen geopfert werden, weil es aus seiner Sicht bessere Lösungen gibt …</p><blockquote><p><em>If the United States wants to run off of agrofuel instead of oil, then Brazilian sugar cane is the answer.</em></p></blockquote><p>… zum anderen als Zeichen des guten Willens gegenüber Europa &#8211; &#8220;Wir opfern etwas, also opfert auch Ihr etwas&#8221; &#8211; gebt Eure negative Einstellung zu GM-Sorten auf!</p><blockquote><p><em>One such message concerns the scope for international reciprocity. Although Americans are attracted to homegrown fuel, they are infuriated by the European ban on GM crops. They see the ban for what it is: a standard piece of anti-American protectionism. Europeans, for their part, cling to the illusory comfort of the ban on high-tech crops, but they are infuriated by the American subsidies on ethanol… the difficulties of reaching a deal on the mutual de-escalation of recent environmental follies is scarcely daunting: the United States would agree to scrap its ethanol subsidies in return for Europe&#8217;s lifting the ban on GM crops.</em></p></blockquote><p>Interessant ist der Vorschlag, wie die Herzen und Köpfe der Gentechnik-Gegner gewonnen werden könnten: Ausgehend von der Feststellung, dass Millionen anständiger Bürger, sowohl in den USA als auch in Europa, sich Sorgen um den globalen Hunger machen, beklagt er, dass viele dieser anständigen Bürger leider gleichzeitig der Kleinbauern-Romantik verfallen seien. Wenn diese erstmal begriffen haben, dass die Gentechnik die Probleme des globalen Hungers lösen kann, werden sie zu Gentechnikbefürwortern konvertieren, wobei ähnlich wie in anderen Publikationen dieser Art, „Gentechnik“ und „wissenschaftliche Landwirtschaft“ synonym verwendet werden.</p><blockquote><p><em>How might the romantic hostility toward commercial and scientific agriculture be countered politically? The answer is to educate the vast community of concern for the poorest countries on the bitter realities of the food crisis. In both the United States and Europe, millions of decent citizens are appalled by global hunger. Each time a famine makes it to television screens, the popular response is overwhelming, and there is a large overlap between the constituency that responds to such crises and the constituency attracted by the idea of preserving organic peasant lifestyles. The cohabitation of these concerns needs to be challenged. Many people will need to agonize over their priorities. Some will decide that the vision articulated by Prince Charles is the more important one: a historical lifestyle must be preserved regardless of the consequences. But however attractive that vision, these people must come face-to-face with the prospect of mass malnutrition and stunted children and realize that the vital matter for public policy is to increase food supplies. Commercial agriculture may be irredeemably unromantic, but if it fills the stomachs of the poor, then it should be encouraged.</em></p></blockquote><p>Wenn es Collier bzw. der Gentechnik-Lobby gelingen sollte, einem Teil der entpolitisierten Gutmenschen diesen Unfug unterzujubeln, könnten tatsächlich einige von ihnen zur Gentechnik &#8220;bekehrt&#8221; werden.</p><p>Im Rest des knapp 12-seitigen Beitrags geißelt er vor allem die &#8220;Kleinbauern-Romantik&#8221;, wobei es ihm unter völliger Ausblendung der großen sozialen Bewegungen wie MST und Via Campesina um den Biobauern Prince Charles und die „Liebesaffäre der Mittel- und Oberschicht mit der kleinbäuerlichen Landwirtschaft geht.</p><blockquote><p><em>The first giant that must be slain is the middle- and upper-class love affair with peasant agriculture. With the near-total urbanization of these classes in both the United States and Europe, rural simplicity has acquired a strange allure. Peasant life is prized as organic in both its literal and its metaphoric sense. (Prince Charles is one of its leading apostles.) In its literal sense, organic agricultural production is now a premium product, a luxury brand. (Indeed, Prince Charles has his own such brand, Duchy Originals.) In its metaphoric sense, it represents the antithesis of the large, hierarchical, pressured organizations in which the middle classes now work. (Prince Charles has built a model peasant village, in traditional architectural style.) Peasants, like pandas, are to be preserved.</em></p></blockquote><blockquote><p><em>Although Monsanto, the main innovator in GM-seed technology, has undertaken never to market a seed that is incapable of reproducing itself, skeptics propagated a widespread belief that farmers will be trapped into annual purchases of &#8220;terminator&#8221; seeds from a monopoly supplier. Thus were laid the political foundations for a winning coalition: onto the base of national agricultural protectionism was added the anti-Americanism of the left and the paranoia of health-conscious consumers.</em></p></blockquote><p>Auch sonst strotzt der Beitrag vor Weisheiten. Hungeraufstände sind die Basis für die hässliche Wiederauferstehung populistischer Politik (<em>For centuries, sudden hunger in slums has provoked the same response: riots. This is the classic political base for populist politics, … , and the food crisis may provoke its ugly resurgence</em>), der Reichtum der westlichen Gesellschaften ist dem Unternehmergeist einer Minderheit zu verdanken (<em>In successful economies, entrepreneurship is a minority pursuit; most people opt for wage employment so that others can have the worry and grind of running a business</em>), große Firmen (wie Monsanto, K.P.) internalisieren bestimmte Verluste, die von der bäuerlichen Landwirtschaft der Gesellschaft aufgebürdet werden (<em>Large organizations can internalize the effects that in peasant agriculture are localized externalities</em>) und so geht es fort.</p><p><b>Quelle:</b></p><p>Klaus Pedersen, 22.08.2009<br /> URL: <a href="http://www.foreignaffairs.com/articles/64607/paul-collier/the-politics-of-hunger" target="_blank">http://www.foreignaffairs.com/articles/64607/paul-collier/the-politics-of-hunger</a></p> ]]></content:encoded> <wfw:commentRss>http://www.welt-ernaehrung.de/2009/08/22/kommentiert-the-politics-of-hunger-by-paul-collier/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>0</slash:comments> </item> </channel> </rss>
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