„Saue­rei!“ – Bau­er Wil­lis miss­lun­ge­ne Dem­ago­gie (Rezen­si­on)

Beitrag vom 10.8.2016

von Peter Claus­ing „Saue­rei!“ hät­te ein gutes Buch wer­den kön­nen. Es ist flüs­sig geschrie­ben, wenn­gleich etwas distanz­los-kum­pel­haft, aber das trifft sicher den Nerv vie­ler Lese­rin­nen und Leser. Und der Ver­fas­ser ist ein ech­ter Insi­der. Kre­mer-Schil­lings bewirt­schaf­tet 50 Hekt­ar, den glei­chen Hof wie sein Vater und sein Groß­va­ter. Er schöpft aus dem Vol­len, was die Beschrei­bung des Lebens eines Land­wirts anbe­trifft – und das über drei Gene­ra­tio­nen. Aber „Saue­rei“ ist im bes­ten Fall ein ärger­li­ches Buch, eher aber ein gefähr­li­ches, wenn man dem Apho­ris­mus von Georg Chris­toph Lich­ten­berg folgt, der schon im 18. Jahr­hun­dert erkann­te: „Das Gefähr­li­che sind nicht die dicken Lügen, son­dern Wahr­hei­ten, mäßig ent­stellt.“ Das Buch cha­rak­te­ri­siert detail­reich die Kri­se der deut­schen und euro­päi­schen Land­wirt­schaft, um dann den Popanz des „Ver­brau­chers“ auf­zu­bau­en, der an der Mise­re des Land­wirts schuld sei und in des­sen Macht es läge, dar­an etwas zu ändern. Das soll uns nicht von ver­ant­wor­tungs­vol­lem Ver­brauch frei­spre­chen. Doch damit allein wird das Pro­blem nicht gelöst. Es ist nicht...

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