Hun­ger und Ver­wüs­tung

Beitrag vom 29.11.2012

Lebens­mit­tel­spe­ku­la­ti­on, Land Grab­bing und Agro­treib­stoff­pro­duk­ti­on: Drei aktu­el­le Instru­men­te zur Ren­di­te­ma­xi­mie­rung ver­ur­sa­chen Nah­rungs­man­gel und Ver­ödung von Böden

von Peter Clausing

Die DWS Invest­ments, eine Fonds­ge­sell­schaft der Deut­schen Bank, froh­lock­te vor eini­ger Zeit auf ihrer Web­site: »Die rasant wach­sen­de Welt­be­völ­ke­rung, (…) Land- und Was­ser­knapp­heit – all das sind Punk­te, die für über­durch­schnitt­lich gute Per­spek­ti­ven der Agrar­wirt­schaft spre­chen.« Der­lei Sprü­che sind in der Welt der Invest­ment­ban­ker inzwi­schen häu­fig zu fin­den. Die Fonds­ma­na­ger bie­ten den Inves­to­ren soge­nann­te Alpha-Ren­di­ten von bis zu 25 Pro­zent jähr­lich. Die Angst vor »Brot­re­vol­ten« (Food Riots), die in den Jah­ren 2007/2008 die Welt erschüt­ter­ten, scheint ver­flo­gen. Damals, als sich die Prei­se für Reis, Mais und ande­re Getrei­de­ar­ten inner­halb von ein, zwei Jah­ren ver­dop­pel­ten oder gar ver­drei­fach­ten, gab es Hun­ger­pro­tes­te in über 40 Ländern.1 Im Jahr 2009 redu­zier­ten sich die Welt­markt­prei­se für Nah­rungs­mit­tel auf das Durch­schnitts­ni­veau von 2007, aber seit 2011 lie­gen sie sogar über dem Wert von 2008.

Green­wa­shing: Der WWF als Kra­ke

Beitrag vom 31.3.2012

Über das Umwelt­schutz­spek­ta­kel »Earth Hour«, den WWF und des­sen Liai­son mit den Kon­zer­nen des Agro­busi­ness
von Peter Clausing

Am 31. März wird zum sechs­ten Mal die »Earth Hour« began­gen, ein vom »World Wide Fund for Natu­re« (WWF) orga­ni­sier­tes Event, des­sen Teil­neh­mer für eine Stun­de das Licht aus­schal­ten. Ein sym­bo­li­scher Akt, mit dem die Unter­stüt­zung des Umwelt­schutz­ge­dan­kens zum Aus­druck gebracht wer­den soll. Eine ech­te Wohl­fühl­num­mer für die Betei­lig­ten, und zugleich ein Meß­in­stru­ment dafür, wie vie­le Men­schen bereit sind, sich der Ver­ne­be­lung durch den WWF hin­zu­ge­ben: Im Jahr 2011 waren es in Deutsch­land über 30000 in 66 Städ­ten. Die Akti­on ist ein­fach wun­der­bar: Man bleibt anonym und unauf­fäl­lig, stellt kei­ne For­de­run­gen, ist nicht den übli­chen Unbil­den einer Demons­tra­ti­on wie Wet­ter oder Poli­zei aus­ge­setzt und hat trotz­dem das Erleb­nis, dabei gewe­sen zu sein. Wobei? Beim WWF! Also bei jener Orga­ni­sa­ti­on, auf deren enge Ver­bin­dun­gen mit inter­na­tio­na­len Groß­kon­zer­nen Wil­fried Huis­mann in sei­ner am 22. Juni 2011 auf ARD gesen­de­ten Doku­men­ta­ti­on auf­merk­sam mach­te, unbe­scha­det bereits frü­her ver­öf­fent­lich­ter Hinweise.1 Anläß­lich der »Earth Hour 2012« soll ein Blick auf die soge­nann­ten Green­wa­shing-Prak­ti­ken des WWF gewor­fen wer­den.

Peak Soil I – Hun­ger nach Land

Beitrag vom 28.03.2011

Hin­ter­grund »Peak Soil« – Bodenzer­stö­rung, Land­raub und Ernäh­rungs­kri­se. Teil I: Wie Kon­zer­ne und Spe­ku­lan­ten von der Ver­knap­pung von Lebens­mit­teln pro­fi­tie­ren

Peter Clausing

»Peak Soil«1 lau­tet der Titel des 2009 erschie­ne­nen Buches des Ber­li­ner Autors Tho­mas Fritz, einer ers­ten umfas­sen­de­ren Über­sicht zum The­ma »Land Grab­bing« (Land­nah­me) in deut­scher Spra­che. Der Begriff »Land Grab­bing« bezieht sich auf den Kauf bzw. die lang­fris­ti­ge Pach­tung gro­ßer Land­flä­chen – vor allem in den Län­dern des Südens, aber auch in Ost­eu­ro­pa – mit oft dras­ti­schen Aus­wir­kun­gen auf die Lebens­wirk­lich­keit der Bevöl­ke­rung.

Kom­men­tiert: The Com­ing Food Coups by Nat­si­os & Doley

Beitrag vom 31. August 2009

In ihrem Bei­trag „The Com­ing Food Coups“, der im Janu­ar 2009 im Washing­ton Quar­te­ly erschien, das vom Cen­ter for Stra­te­gic and Inter­na­tio­nal Stu­dies her­aus­ge­ge­ben wird, befas­sen sich Nat­si­os und Doley mit den huma­ni­tä­ren, poli­ti­schen und Sicher­heits­kon­se­quen­zen der Preis­ex­plo­sio­nen bei Nah­rungs­mit­teln. Dabei ist für sie die Fami­ne Theo­ry ein hilf­rei­ches Werk­zeug, also die Theo­rie von den Hun­gers­nö­ten, „a body of know­ledge about the micro­eco­no­mic dyna­mics of fami­nes, the vul­nera­bi­li­ty of peop­le to food pri­ce shocks, and the com­mon pat­terns of beha­vi­or peop­le use to try to sur­vi­ve in dif­fe­rent sta­ges of a fami­ne„.

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