Green­wa­shing: Der WWF als Kra­ke

Beitrag vom 31.3.2012

Über das Umwelt­schutz­spek­ta­kel »Earth Hour«, den WWF und des­sen Liai­son mit den Kon­zer­nen des Agro­busi­ness
von Peter Clausing

Am 31. März wird zum sechs­ten Mal die »Earth Hour« began­gen, ein vom »World Wide Fund for Natu­re« (WWF) orga­ni­sier­tes Event, des­sen Teil­neh­mer für eine Stun­de das Licht aus­schal­ten. Ein sym­bo­li­scher Akt, mit dem die Unter­stüt­zung des Umwelt­schutz­ge­dan­kens zum Aus­druck gebracht wer­den soll. Eine ech­te Wohl­fühl­num­mer für die Betei­lig­ten, und zugleich ein Meß­in­stru­ment dafür, wie vie­le Men­schen bereit sind, sich der Ver­ne­be­lung durch den WWF hin­zu­ge­ben: Im Jahr 2011 waren es in Deutsch­land über 30000 in 66 Städ­ten. Die Akti­on ist ein­fach wun­der­bar: Man bleibt anonym und unauf­fäl­lig, stellt kei­ne For­de­run­gen, ist nicht den übli­chen Unbil­den einer Demons­tra­ti­on wie Wet­ter oder Poli­zei aus­ge­setzt und hat trotz­dem das Erleb­nis, dabei gewe­sen zu sein. Wobei? Beim WWF! Also bei jener Orga­ni­sa­ti­on, auf deren enge Ver­bin­dun­gen mit inter­na­tio­na­len Groß­kon­zer­nen Wil­fried Huis­mann in sei­ner am 22. Juni 2011 auf ARD gesen­de­ten Doku­men­ta­ti­on auf­merk­sam mach­te, unbe­scha­det bereits frü­her ver­öf­fent­lich­ter Hinweise.1 Anläß­lich der »Earth Hour 2012« soll ein Blick auf die soge­nann­ten Green­wa­shing-Prak­ti­ken des WWF gewor­fen wer­den.

Mexi­ko-Latein­ame­ri­ka: Töd­li­che Pes­ti­zi­de

Beitrag vom 07.11.2011

von Alfre­do Ace­do*

(Qui­to, 14. Okto­ber 2011, alai).- Der grün und ocker­far­ben gemus­ter­te Tep­pich des Val­le del Yaqui ist zwar schön anzu­se­hen, er ver­birgt jedoch eine Tra­gö­die, die sich in die­ser Regi­on abspielt. Unter dem kapi­ta­lis­ti­schen Land­wirt­schafts­mo­dell wur­den hier über 50 Jah­re inten­siv Pflan­zen­schutz­mit­tel ein­ge­setzt, wodurch Was­ser, Böden und Luft ver­schmutzt und die Regi­on damit prak­tisch zer­stört wur­de. Doch nicht nur die Natur trägt die ver­hee­ren­den Kon­se­quen­zen. Die unver­ant­wort­li­chen Prak­ti­ken haben auch Men­schen­le­ben gefor­dert.

Kubas grü­nes Pro­jekt

Beitrag vom 05.05.2010

Erschie­nen in „jun­ge Welt“ vom 05.05.2010
Peter Clausing

Refor­mier­te Land­wirt­schaft: Aus­wei­tung der Nutz­flä­che, Fokus­sie­rung auf Fami­li­en­be­trie­be, öko­lo­gi­scher Anbau und urba­ne Gemü­se­pro­duk­ti­on

Am 16. März 2010 ver­stör­te eine Mel­dung mit der Über­schrift „Kuba schließt 100 Agrar­un­ter­neh­men“ [1] die Leser. Wäh­rend sich jW auf die­se Mel­dung beschränk­te, beeil­ten sich ande­re Medi­en hin­zu­zu­fü­gen, dass Kuba 60 bis 70 Pro­zent sei­ner Nah­rungs­mit­tel impor­tie­ren müs­se. Prä­si­dent Raúl Cas­tro suche nach „Rezep­ten“, um die land­wirt­schaft­li­che Pro­duk­ti­on zu stei­gern. Der­ar­ti­ge Mel­dun­gen ent­kop­peln die Fak­ten vom Kon­text, zeich­nen ein ein­sei­ti­ges Bild und igno­rie­ren die Tat­sa­che, dass die gesuch­ten „Rezep­te“ längst prak­ti­ziert wer­den. Die Mit­tei­lung, dass 100 Betrie­be geschlos­sen wer­den sol­len und 40.000 Beschäf­tig­te einen neu­en Job fin­den müs­sen, kam vom kuba­ni­schen Land­wirt­schafts­mi­nis­ter Uli­ses Rosa­les del Toro, der Mit­te März in Vil­la Cla­ra an der Ple­nar­sit­zung des 10. Pro­vinz-Kon­gres­ses des Natio­na­len Klein­bau­ern­ver­ban­des teil­nahm.

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