Fran­zö­si­sche Wis­sen­schaft­ler wider­ste­hen Mon­s­an­to

Beitrag vom 7. August 2013

Gen­mais: nicht koscher
Fran­zö­si­sche Wis­sen­schaft­ler wider­ste­hen Mon­s­an­to. Ihre Stu­die wies bei Rat­ten Gesund­heits­schä­den durch Ver­zehr einer mani­pu­lier­ten Sor­te nach. Sie wird seit­her ver­geb­lich als unse­ri­ös dif­fa­miert

Von Peter Clausing

Vor knapp einem Jahr, am 19. Sep­tem­ber 2012, ver­öf­fent­lich­te Pro­fes­sor Gil­les-Eric Séra­li­ni von der Uni­ver­si­tät Caen, Nord­frank­reich, zusam­men mit sie­ben wei­te­ren Autoren in der Fach­zeit­schrift Food and Che­mi­cal Toxi­co­lo­gy die Ergeb­nis­se einer Lang­zeit­stu­die. Dabei wur­den krebs­er­re­gen­de Wir­kun­gen und ande­re Gesund­heits­schä­den an Rat­ten nach­ge­wie­sen, nach­dem die­se 24 Mona­te lang mit gen­tech­nisch ver­än­der­tem NK603-Mais gefüt­tert wur­den. Die Publi­ka­ti­on schlug ein wie eine Bom­be, denn sie stellt die laxe Risi­ko­be­wer­tung für gen­tech­nisch modi­fi­zier­te (GM) Pflan­zen, wie sie bis­lang von der Euro­päi­schen Behör­de für Lebens­mit­tel­si­cher­heit (EFSA) und anders­wo prak­ti­ziert wird, in Fra­ge.

Green­wa­shing: Der WWF als Kra­ke

Beitrag vom 31.3.2012

Über das Umwelt­schutz­spek­ta­kel »Earth Hour«, den WWF und des­sen Liai­son mit den Kon­zer­nen des Agro­busi­ness
von Peter Clausing

Am 31. März wird zum sechs­ten Mal die »Earth Hour« began­gen, ein vom »World Wide Fund for Natu­re« (WWF) orga­ni­sier­tes Event, des­sen Teil­neh­mer für eine Stun­de das Licht aus­schal­ten. Ein sym­bo­li­scher Akt, mit dem die Unter­stüt­zung des Umwelt­schutz­ge­dan­kens zum Aus­druck gebracht wer­den soll. Eine ech­te Wohl­fühl­num­mer für die Betei­lig­ten, und zugleich ein Meß­in­stru­ment dafür, wie vie­le Men­schen bereit sind, sich der Ver­ne­be­lung durch den WWF hin­zu­ge­ben: Im Jahr 2011 waren es in Deutsch­land über 30000 in 66 Städ­ten. Die Akti­on ist ein­fach wun­der­bar: Man bleibt anonym und unauf­fäl­lig, stellt kei­ne For­de­run­gen, ist nicht den übli­chen Unbil­den einer Demons­tra­ti­on wie Wet­ter oder Poli­zei aus­ge­setzt und hat trotz­dem das Erleb­nis, dabei gewe­sen zu sein. Wobei? Beim WWF! Also bei jener Orga­ni­sa­ti­on, auf deren enge Ver­bin­dun­gen mit inter­na­tio­na­len Groß­kon­zer­nen Wil­fried Huis­mann in sei­ner am 22. Juni 2011 auf ARD gesen­de­ten Doku­men­ta­ti­on auf­merk­sam mach­te, unbe­scha­det bereits frü­her ver­öf­fent­lich­ter Hinweise.1 Anläß­lich der »Earth Hour 2012« soll ein Blick auf die soge­nann­ten Green­wa­shing-Prak­ti­ken des WWF gewor­fen wer­den.

Neo­li­be­ra­le Schein­lö­sun­gen (Rezen­si­on)

Beitrag vom 03.08.2011

Der Gen­tech­nik-Befür­wor­ter Paul Col­lier macht Vor­schlä­ge zur Ret­tung der Welt

Peter Clausing

Der bri­ti­sche Öko­no­mie­pro­fes­sor Paul Col­lier nimmt in sei­nem im Mai in deut­scher Über­set­zung erschie­ne­nen Buch »Der hung­ri­ge Pla­net« für sich in Anspruch, »Ide­en aus der prä­zi­sen, aber schwer ver­ständ­li­chen Spra­che der moder­nen Wirt­schafts­wis­sen­schaft in eine Form zu über­set­zen, die auch außer­halb des engen Zir­kels von Fach­leu­ten gele­sen wer­den kann« (S. 14). Das ist ihm gelun­gen: Der Ver­ein­fa­chungs­grad des Buches liegt auf BILD-Niveau. In dem Werk wim­melt es von simp­len Ant­wor­ten auf noch simp­le­re Fra­gen – ver­mut­lich mit ein Grund, war­um Col­lier zu den Best­sel­ler­au­toren im Sach­buch­be­reich gehört. Doch bei falsch gestell­ten Fra­gen wer­den die Ant­wor­ten auch nicht rich­ti­ger, trotz der aus­ge­feil­ten Com­pu­ter­si­mu­la­tio­nen, auf die Col­lier so häu­fig Bezug nimmt. Ab und zu wer­den kor­rekt beschrie­be­ne Sach­ver­hal­te mit weni­ger kor­rek­ten Schluß­fol­ge­run­gen gekop­pelt, so daß man unwill­kür­lich an Georg Chris­toph Lich­ten­bergs Apho­ris­mus »Die gefähr­lichs­ten Unwahr­hei­ten sind Wahr­hei­ten, mäßig ent­stellt« den­ken muß.

Kuba: Revo­lu­ti­on der Nach­hal­tig­keit

Beitrag vom 04.08.2010

Aus: land & wirt­schaft, jun­ge Welt-Bei­la­ge vom 04.08.2010
Peter Clausing

Kubas Land­wirt­schaft befin­det sich in einer wich­ti­gen Pha­se, auch wegen der Schlüs­sel­po­si­ti­on, die ihr im Rah­men der wei­te­ren gesell­schaft­li­chen Ent­wick­lung bei­gemes­sen wird. Staats­prä­si­dent Raul Cas­tro sprach von einer »Fra­ge der natio­na­len Sicher­heit«. Ange­sichts der rund 1,5 Mil­li­ar­den US-Dol­lar, die der­zeit noch jähr­lich für Lebens­mit­tel­im­por­te aus­ge­ge­ben wer­den müs­sen, über­rascht es nicht, daß dem Ziel der Ernäh­rungs­sou­ve­rä­ni­tät so hohe Prio­ri­tät ein­ge­räumt wird. Und Kuba hat güns­ti­ge Vor­aus­set­zun­gen, um die­ses Ziel zu errei­chen – trotz wet­ter­be­ding­ter Ern­te­ver­lus­te (im Jahr 2008 wur­de zum Bei­spiel ein Drit­tel der gesam­ten Ern­te durch Hur­ri­kans ver­nich­tet). Denn das Land ver­fügt über opti­ma­le natür­li­che Rah­men­be­din­gun­gen und die nöti­ge Infra­struk­tur für schnel­le Wis­sens­ver­mitt­lung. Daß dies mit einer umwelt­ver­träg­li­chen und damit wirk­lich nach­hal­ti­gen Pro­duk­ti­ons­wei­se mög­lich ist, haben die über 200000 klein­bäu­er­li­chen Fami­li­en­be­trie­be unter Beweis gestellt, die auf inzwi­schen 41 Pro­zent der Acker­flä­che bereits 70 Pro­zent des land­wirt­schaft­li­chen Brut­to­in­lands­pro­dukts erzeu­gen. Rund die Hälf­te von ihnen betreibt Bio­land­bau.

Kom­men­tiert: »The Poli­tics of Hun­ger« by Paul Col­lier

Beitrag vom 22. August 2009

Inner­halb der letz­ten 12 Mona­te sind meh­re­re ein­fluss­rei­che Publi­ka­tio­nen der Befür­wor­ter von Gen­tech­nik und indus­tri­el­ler Land­wirt­schaft erschie­nen Hier wer­fen wir einen Blick auf den ers­ten die­ser Bei­trä­ge, den Wal­den Bel­lo in sei­nem Text „The glo­bal food pri­ce cri­sis: A cri­tique of ortho­dox per­spec­tives“ als „Perhaps the most influ­en­ti­al ortho­dox view on the cau­ses, dyna­mics, and solu­ti­on to the food pri­ce cri­sis“ bezeich­net (http://www.worldhunger.org/articles/09/editorials/bello.htm). Kaum über­ra­schend, wird Col­liers Bei­trag vom World Food Pro­gram als Infor­ma­ti­ons­quel­le ange­bo­ten (http://www.wfp.org/content/politics-hunger-foreign-affairs).

Der Text von Paul Col­lier, Öko­no­mie-Pro­fes­sor und Direk­tor des Cen­ter for the Stu­dy of Afri­can Eco­no­mies an der Uni­ver­si­tät Oxford, erschien 2008 in der Novem­ber-Aus­ga­be von For­eign Affairs mit dem Titel „The Poli­tics of Hun­ger“.

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