Peak Soil: Bodenzer­stö­rung und Nah­rungs­mit­tel­kri­se

Beitrag vom 29.9.2011

Von Peter Clausing

In dem Bei­trag „Peak Soil: Soil Dest­ruc­tion and the Food Cri­sis“ in der Aus­ga­be Nr. 38/39 von „local land & soil news“ (2011) geht es um die glo­ba­le Boden­de­gra­da­ti­on und deren mög­li­che Umkehr. Der Begriff „Peak Soil“ ist eine seman­ti­sche Ablei­tung von „Peak Oil“, aber zwi­schen die­sen bei­den Begrif­fen besteht ein wesent­li­cher Unter­schied: Wäh­rend es unmög­lich ist, fos­si­le Ener­gie zu „erneu­ern“ (außer in geo­lo­gi­schen Zeit­räu­men), ist es mög­lich, vie­le degra­dier­te Böden inner­halb eines mensch­li­chen Zeit­ho­ri­zonts zu restau­rie­ren, vor­aus­ge­setzt der poli­ti­sche Wil­le exis­tiert und es wür­den die ent­spre­chen­den Kennt­nis­se ange­wen­det und Res­sour­cen zur Ver­fü­gung gestellt wer­den.

Im Wett­lauf gegen die Zeit

Beitrag vom Juni/Juli 2011

von Peter Clausing

Boden­ero­si­on und Welt­ernäh­rung

Auch wenn, trotz über einer Mil­li­ar­de hun­gern­der Men­schen, der­zeit genü­gend Nah­rung für die gesam­te Welt­be­völ­ke­rung pro­du­ziert wird, zeich­net sich für die kom­men­den Jahr­zehn­te eine erheb­li­che Dis­kre­panz ab. Im Ver­gleich zu 1990 wird sich einer­seits die glo­ba­le land­wirt­schaft­li­che Nutz­flä­che bis 2025 um geschätz­te 82 Mil­lio­nen Hekt­ar und damit um zehn Pro­zent ver­grö­ßern. Die­se Erwei­te­rung steht jedoch einem erwar­te­ten Bevöl­ke­rungs­zu­wachs von 60 Pro­zent in dem glei­chen 35-Jah­res-Zeit­raum gegen­über. Zudem geht der Gewinn an land­wirt­schaft­li­cher Nutz­flä­che häu­fig mit der Zer­stö­rung von Wäl­dern ein­her. Par­al­lel dazu spielt sich eine stil­le Kata­stro­phe sozu­sa­gen direkt unter unse­ren Füßen ab: Schät­zun­gen zufol­ge sind welt­weit 25 Pro­zent des Bodens von Degra­da­ti­on betrof­fen. 1 Die­ser ernüch­tern­den Sta­tis­tik zum Trotz ist Welt­un­ter­gangs­stim­mung fehl am Platz. In sei­nem jüngs­ten Bericht an die UN-Voll­ver­samm­lung schreibt der Son­der­be­richt­erstat­ter für das Recht auf Nah­rung, Oli­vi­er de Schutter, dass die Klein­bau­ern des Südens, also dort, wo chro­ni­scher Hun­ger am stärks­ten prä­sent ist, inner­halb von zehn Jah­ren ihre Nah­rungs­mit­tel­pro­duk­ti­on ver­dop­peln könn­ten, und zwar auf umwelt­ver­träg­li­che Wei­se.2 Um dies zu ermög­li­chen, wäre ein ent­spre­chen­der poli­ti­scher Wil­le von­nö­ten. Das wür­de auch Maß­nah­men zur Boden­ver­bes­se­rung ein­schlie­ßen, deren Dring­lich­keit nicht über­be­tont wer­den kann.

Peak Soil II – Bodenzer­stö­rung

Beitrag vom 29.03.2011

Deut­li­ches Gefah­ren­po­ten­ti­al
Hin­ter­grund. »Peak Soil« – Bodenzer­stö­rung, Land­raub und Ernäh­rungs­kri­se. Teil II: Der Ver­lust land­wirt­schaft­li­cher Nutz­flä­chen und wie er abge­wen­det wer­den kann

Peter Clausing

Peak Soil – die unter­schätz­te Kri­se des Bodens« lau­tet der Titel eines im Vor­jahr erschie­ne­nen Hefts der Zeit­schrift Poli­ti­sche Öko­lo­gie. »Der Boden ist das ver­ges­se­ne Medi­um der Umwelt­po­li­tik. Erst viel zu spät und dann auch nicht voll­stän­dig hat das Umwelt­recht auf die Schä­den an den Böden reagiert«, stellt Gün­ther Bach­mann dort für die Situa­ti­on in Deutsch­land fest.1 Win­fried E. H. Blum, Pro­fes­sor für Boden­kun­de an der Uni­ver­si­tät Wien, ergänzt: »Was sich der­zeit in den Böden Euro­pas abspielt, gilt im wesent­li­chen auch und zum Teil in noch stär­ke­rem Maße für wei­te­re Län­der der Nord­halb­ku­gel, vor allem aber für Afri­ka, Süd­ame­ri­ka und Süd­ost­asi­en, wo Ero­si­on, Ver­dich­tung, Ver­lust an orga­ni­scher Sub­stanz sowie Bio­di­ver­si­tät, Kon­ta­mi­na­ti­on, Ver­sal­zung und ins­be­son­de­re Erd­rut­sche ein alar­mie­ren­des Aus­maß erreicht haben.«2 Nach sei­ner Ein­schät­zung wird die Inten­si­vie­rung des voll­me­cha­ni­sier­ten Acker­baus die Boden­pro­ble­me noch wei­ter ver­schär­fen.

Tag-Wolke