Die weltweiten Hungerrevolten (Food Riots) 2007/2008
Egal, ob man das deutsche Wort „Hungerrevolte“ oder den englischen Begriff „Food Riot“ bevorzugt − beide Begriffe charakterisieren die Erscheinung nur unvollkommen. Walton und Seddon (1994) belegen eindrucksvoll, dass zwar eine enge allgemeine Beziehung zwischen Food Riots und Preiserhöhungen für bzw. Verknappungen von Lebensmitteln bestand. Eine unmittelbare zeitliche Verknüpfung zu Hunger als sozialem Phänomen (Hungersnot) bestand jedoch oftmals nicht. Die beiden Autoren, die sich vor allem mit den Food Riots der 70er und 80er Jahre im Kontext der vom Internationalen Währungsfonds (IWF) verordneten Strukturanpassungsprogramme befassten, kamen zu dem Schluss, dass der Zugang zu Lebensmitteln in der Regel nur einer von mehreren Gründen für den Ausbruch von Hungerrevolten war. Food Riots haben eine Jahrhunderte alte Tradition. Vieles, was Walton und Seddon für die 70er und 80er Jahre beschreiben, trifft auch auf die aktuellen Vorgänge zu. Auch die Food Riots des 18. und 19. Jahrhunderts in England und Frankreich lassen sich mit den aktuellen vergleichen. Sie begleiteten gleichermaßen den Wirtschaftsliberalismus des 18./19....
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