Die welt­wei­ten Hun­ger­re­vol­ten (Food Riots) 2007/2008

Beitrag vom 01. Dezember 2008

Egal, ob man das deut­sche Wort „Hun­ger­re­vol­te“ oder den eng­li­schen Begriff „Food Riot“ bevor­zugt − bei­de Begrif­fe cha­rak­te­ri­sie­ren die Erschei­nung nur unvoll­kom­men. Walt­on und Sed­don (1994) bele­gen ein­drucks­voll, dass zwar eine enge all­ge­mei­ne Bezie­hung zwi­schen Food Riots und Preis­er­hö­hun­gen für bzw. Ver­knap­pun­gen von Lebens­mit­teln bestand. Eine unmit­tel­ba­re zeit­li­che Ver­knüp­fung zu Hun­ger als sozia­lem Phä­no­men (Hun­gers­not) bestand jedoch oft­mals nicht. Die bei­den Autoren, die sich vor allem mit den Food Riots der 70er und 80er Jah­re im Kon­text der vom Inter­na­tio­na­len Wäh­rungs­fonds (IWF) ver­ord­ne­ten Struk­tur­an­pas­sungs­pro­gram­me befass­ten, kamen zu dem Schluss, dass der Zugang zu Lebens­mit­teln in der Regel nur einer von meh­re­ren Grün­den für den Aus­bruch von Hun­ger­re­vol­ten war. Food Riots haben eine Jahr­hun­der­te alte Tra­di­ti­on. Vie­les, was Walt­on und Sed­don für die 70er und 80er Jah­re beschrei­ben, trifft auch auf die aktu­el­len Vor­gän­ge zu. Auch die Food Riots des 18. und 19. Jahr­hun­derts in Eng­land und Frank­reich las­sen sich mit den aktu­el­len ver­glei­chen. Sie beglei­te­ten glei­cher­ma­ßen den Wirt­schafts­li­be­ra­lis­mus des 18./19....

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