Peak Soil II – Bodenzerstörung
Deutliches Gefahrenpotential Hintergrund. »Peak Soil« – Bodenzerstörung, Landraub und Ernährungskrise. Teil II: Der Verlust landwirtschaftlicher Nutzflächen und wie er abgewendet werden kann Peter Clausing Peak Soil – die unterschätzte Krise des Bodens« lautet der Titel eines im Vorjahr erschienenen Hefts der Zeitschrift Politische Ökologie. »Der Boden ist das vergessene Medium der Umweltpolitik. Erst viel zu spät und dann auch nicht vollständig hat das Umweltrecht auf die Schäden an den Böden reagiert«, stellt Günther Bachmann dort für die Situation in Deutschland fest.1 Winfried E. H. Blum, Professor für Bodenkunde an der Universität Wien, ergänzt: »Was sich derzeit in den Böden Europas abspielt, gilt im wesentlichen auch und zum Teil in noch stärkerem Maße für weitere Länder der Nordhalbkugel, vor allem aber für Afrika, Südamerika und Südostasien, wo Erosion, Verdichtung, Verlust an organischer Substanz sowie Biodiversität, Kontamination, Versalzung und insbesondere Erdrutsche ein alarmierendes Ausmaß erreicht haben.«2 Nach seiner Einschätzung wird die Intensivierung des vollmechanisierten Ackerbaus die Bodenprobleme noch weiter verschärfen. Boden und...
Lesezeit: 10 MinutenPeak Soil I – Hunger nach Land
Hintergrund »Peak Soil« – Bodenzerstörung, Landraub und Ernährungskrise. Teil I: Wie Konzerne und Spekulanten von der Verknappung von Lebensmitteln profitieren Peter Clausing »Peak Soil«1 lautet der Titel des 2009 erschienenen Buches des Berliner Autors Thomas Fritz, einer ersten umfassenderen Übersicht zum Thema »Land Grabbing« (Landnahme) in deutscher Sprache. Der Begriff »Land Grabbing« bezieht sich auf den Kauf bzw. die langfristige Pachtung großer Landflächen – vor allem in den Ländern des Südens, aber auch in Osteuropa – mit oft drastischen Auswirkungen auf die Lebenswirklichkeit der Bevölkerung. Die Ansichten, ab wann von »großen Landflächen« zu sprechen ist, divergieren. Während Olivier de Schutter, Sonderberichterstatter der Vereinten Nationen für das Recht auf Nahrung, 1000 Hektar als Untergrenze betrachtet, definierte die Nichtregierungsorganisation (NGO) GRAIN 10000 Hektar als unteres Limit. Entsprechend der Bedeutung dieses bedrohlichen Phänomens ist inzwischen eine Reihe von Publikationen erschienen, und es fanden zahlreiche nationale und internationale Tagungen zum Thema statt. »Land Grabbing, so scheint es, kommt wie ein Tsunami über die Welt,...
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