Land­g­rab­bing

Beitrag vom 29. Mai 2015

Auf den 5. Hep­pen­hei­mer Tagen zur christ­li­chen Gesell­schafts­ethik ging es um Fra­gen des Boden­ei­gen­tums aus unter­schied­lichs­ten Per­spek­ti­ven The­sen zum The­ma Land­g­rab­bing von Peter Claus­ing 1. Einer­seits wird die Ver­ab­schie­dung der frei­wil­li­gen Leit­li­ni­en der FAO (Vol­un­t­a­ry Gui­de­lines on the Respon­si­ble Gover­nan­ce of Land, Fishe­ries and Forests in the Con­text of Natio­nal Food Secu­ri­ty) im Jahr 2012 als gro­ßer Erfolg betrach­tet, auch des­halb, weil die­se Leit­li­ni­en sehr bald nach dem kri­ti­sier­ten Welt­bank­be­richt zum The­ma Land­g­rab­bing (Dei­nin­ger und Byer­lee 2011) ver­ab­schie­det wur­de. Ande­rer­seits kann Land­g­rab­bing nicht los­ge­löst von ande­ren Poli­tik­fel­dern betrach­tet wer­den, die das Land­g­rab­bing bedin­gen bzw. beein­flus­sen oder selbst vom Land­g­rab­bing beein­flusst wer­den. Dazu gehö­ren u.a.: – Han­dels­po­li­tik all­ge­mein, ins­be­son­de­re aber die Libe­ra­li­sie­rung von Bör­sen­ge­schäf­ten mit Nah­rungs­mit­teln (Spe­ku­la­ti­on); – Poli­tik bezüg­lich Ernäh­rungs­ge­wohn­hei­ten (Fleisch­kon­sum, Ver­geu­dung von Lebens­mit­teln, Dum­ping­prei­se); – Kli­ma-, Ener­gie- und Bio­di­ver­si­täts­po­li­tik (Agro­treib­stof­fe, Land­nut­zungs­än­de­run­gen, Schutz­ge­bie­te); – För­de­rung bestimm­ter Model­le land­wirt­schaft­li­cher Pro­duk­ti­on (unge­nü­gen­de bzw. nur Ali­bi-mäßi­ge För­de­rung von Alter­na­ti­ven zu input-inten­si­ver, pro­fit-ori­en­tier­ter Land­wirt­schaft); – Migra­ti­ons­po­li­tik; – Infor­ma­ti­ons­po­li­tik (Bei­spiel: das Feh­len öko­no­mi­scher Hin­ter­grund­in­for­ma­tio­nen, inklu­si­ve...

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Viel Macht für weni­ge

Beitrag vom 23. Mai 2015

Unter dem Titel »Wer hat die Macht?« wur­de anläss­lich des G-7-Gip­fels eine Stu­die des Fair Trade Advo­ca­cy Office Brüs­sel zu Macht­kon­zen­tra­ti­on und unlau­te­ren Han­dels­prak­ti­ken in die­sen Wert­schöp­fungs­ket­ten vor­ge­legt. Von Peter Claus­ing Wenn sich am 7. und 8. Juni die Staats- und Regie­rungs­chefs der G-7-Län­der auf Schloss Elmau in Ober­bay­ern tref­fen, wird auch die Gestal­tung von Han­dels- und Lie­fer­ket­ten ein Gesprächs­the­ma sein. Die­se Struk­tu­ren wer­den gern als Wert­schöp­fungs­ket­ten bezeich­net, was sug­ge­riert, dass alle Betei­lig­ten etwas abbe­kom­men. Beson­ders jene Pro­zes­se, die unse­re Ernäh­rung berüh­ren, spie­len eine wich­ti­ge Rol­le. Doch die »Wert­schöp­fung« ist ungleich ver­teilt. Am einen Ende der Ket­te befin­den sich 2,5 Mil­li­ar­den Men­schen, deren Ein­kom­men von der Land­wirt­schaft abhängt. Ein Groß­teil von ihnen trägt dazu bei, dass die glo­ba­len Waren­strö­me flie­ßen, oder wird von die­sen beein­flusst. Am ande­ren Ende: 3,5 Mil­li­ar­den Men­schen, die in Städ­ten leben und folg­lich ihre Lebens­mit­tel kau­fen müs­sen. Dazwi­schen agie­ren die­je­ni­gen, die den über­wie­gen­den Teil des (Mehr-)Wertes abschöp­fen: die Händ­ler, die Aktio­nä­re der Agrar- und Lebens­mit­tel­in­dus­trie und...

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