UNO-Experte: Biolandbau übertrifft industrielle Landwirtschaft
Der UN-Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung, Olivier De Schutter, erklärte während der Vorstellung entprechender Ergebnisse auf einer Internationalen Agroökologie-Tagung in Brüssel am 21./22. Juni 2010, „die Regierungen und internationalen Organisationen müssen sich dringend zu einer massiven Förderung biologischer Anbautrechniken entschließen, um die Nahrungsmittelproduktion zu erhöhen und das Klima zu schützen.“ Zusammen mit 25 führenden Agroökologie-Experten drängte der UNO-Experte die internationale Gemeinschaft, „die gegenwärtige Landwirtschaftspolitik zu überdenken“ und das Potential des Biolandbaus zu nutzen. Mein Kommentar: Dies wäre ein notwendiger, aber kein hinreichender Schritt, um den beiden Krisen (Ernährung, Klima) beizukommen – „einfach nur“ mit Biolandbau, ohne grundlegenden gesellschaftlichen Umbau, werden wir auf halbem Wege stecken bleiben. Nachstehend der volle Wortlaut der Meldung auf Englisch, die auf der Website des Genfer UNO-Büros publiziert ist BRUSSELS – „Governments and international agencies urgently need to boost ecological farming techniques to increase food production and save the climate,“ said UN Special Rapporteur on the right to food, Olivier De Schutter, while presenting the...
Lesezeit: 4 MinutenNaturschutz im Kolonialstil
Erschienen in “junge Welt” vom 09.06.2010 Peter Clausing Naturschutz hat – von wenigen Ausnahmen abgesehen – sein positives Image bis zum heutigen Tag bewahrt. Naturschutz scheint von rassistischen und kolonialistischen Ideologien weit entfernt zu sein. Das liegt vermutlich daran, daß beispielsweise der bayerische Nationalpark oder das Biosphärenreservat Schorfheide nicht unbedingt kolonial-rassistische Assoziationen erzeugen. Ferner kann es einem so vorkommen, als ob Naturschutzgebiete nicht mit Rassismus und Kolonialismus in Verbindung gebracht werden können, weil sie scheinbar nicht mit Menschen zu tun haben. Ein Blick in die Geschichte zeigt, daß beide Annahmen nicht zutreffen. Naturschützer wie Hans-Dieter Knapp, Leiter der Naturschutzakademie Vilm, behaupten unter Bezugnahme auf den Yellowstone-Nationalpark unreflektiert, daß Nationalparks heute die international erfolgreichste Schutzgebietskategorie seien. Dabei ignorieren sie das zutiefst koloniale Erbe des Modells »Nationalpark«, das in den USA »erfunden« wurde. Einer der ersten, der Yellowstone-Nationalpark, erwies sich in mehrfacher Hinsicht als Prototyp: Seine Schaffung war mit der gewaltsamen Vertreibung der dort lebenden Bevölkerung verbunden, er entsprach von Anbeginn dem...
Lesezeit: 9 MinutenGen-kontaminierter Mais in 7 Bundesländern ausgesät
Linkszeitung vom 06.06.2010 Niedersachsens Gen-Skandal weitet sich aus Gen-Mais Hannover (LiZ). Trotz Anbau-Verbot und Hinweisen von Greenpeace ist gen-kontaminierter Mais nicht nur in Niedersachsen (wir berichteten am 7. Mai), sondern in insgesamt sieben Bundesländern ausgesät worden. Demnach wächst auf bis zu 300 Hektar die kontaminierte Mais-Sorte Hi-Bred des Gentech-Konzerns Pioneer. Obwohl die Behörden seit über einem Monat Bescheid wissen, wurde die Ausweitung des Skandals auf sieben Bundesländer jetzt erst durch Greenpeace aufgedeckt. Das niedersächsische Agrarministerium bestätigte mittlerweile die Darstellung von Greenpeace. Betroffen sind laut niedersächsischem Umweltministerium Händler in Baden-Württemberg, Bayern, Brandenburg, Mecklenburg- Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Schleswig- Holstein. Der Sprecher des niedersächsischen Landwirtschaftsministeriums, Gert Hahne, versuchte jedoch, den Skandal herunterzuspielen: „Eine Gefährdung der Verbraucher steht nicht zur Diskussion.“ Schließlich werde die Sorte in den USA anders als in Europa auch angebaut. Es gebe keine Studien, die eine Gefährung der Gesundheit belege. Die Verzögerung habe lediglich zwei bis drei Wochen betragen und sei keinesfalls absichtlich geschehen. Die „Verschwörungstheorien“ von Greenpeace seien...
Lesezeit: 2 MinutenNein zum Ausverkauf von Afrika!
Das INKOTA-Netzwerk führt derzeit eine Protestaktion gegen Land Grabbing und die damit verbundenen schwerwiegenden Konsequenzen für Kleinbauern und die lokale Bevölkerung durch. Ausländische Investoren haben innerhalb von drei Jahren allein in Afrika 20 Millionen Hektar Ackerland aufgekauft. Während die lokale Bevölkerung an Hunger leidet, produzieren die Investoren Nahrungsmittel und Energiepflanzen für den Export. Die Bundesregierung kann einiges dagegen unternehmen, doch bislang reagiert sie nur zögerlich. Es ist höchste Zeit zu handeln! Schicken Sie eine Protestmail an die Bundesregierung mit der Aufforderung, den Ausverkauf von Land in Afrika und anderswo sofort zu stoppen.
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