Kom­men­tiert: The Coming Food Coups by Nat­si­os & Doley

Beitrag vom 31. August 2009

In ihrem Bei­trag „The Coming Food Coups“, der im Janu­ar 2009 im Washing­ton Quar­te­ly erschien, das vom Cen­ter for Stra­te­gic and Inter­na­tio­nal Stu­dies her­aus­ge­ge­ben wird, befas­sen sich Nat­si­os und Doley mit den huma­ni­tä­ren, poli­ti­schen und Sicher­heits­kon­se­quen­zen der Preis­explo­sio­nen bei Nah­rungs­mit­teln. Dabei ist für sie die Fami­ne Theo­ry ein hilf­rei­ches Werk­zeug, also die Theo­rie von den Hun­gers­nö­ten, „a body of know­ledge about the microe­co­no­mic dyna­mics of fami­nes, the vul­nerabi­li­ty of peo­p­le to food pri­ce shocks, and the com­mon pat­terns of beha­vi­or peo­p­le use to try to sur­vi­ve in dif­fe­rent stages of a fami­ne„. Ihrer Mei­nung nach müs­sen Poli­ti­ker aus­ge­rüs­tet sein, um die Sicher­heits- (und ande­re) Kon­se­quen­zen der­ar­ti­ger Ent­wick­lun­gen zu mini­mie­ren. Dabei betrach­ten sie – im Gegen­satz zu Paul Col­lier (vgl. Medi­en-Offen­si­ve des Agro­busi­ness [1]) – die Rück­nah­me von Sub­ven­tio­nen (z.B. für Agro­treib­stof­fe) in einer bür­ger­li­chen Demo­kra­tie als unrea­lis­tisch. »The likeli­hood of a sub­stan­ti­al reduc­tion in U.S. corn-based etha­nol sub­si­dies is unli­kely. Once demo­cra­tic govern­ments begin to sub­si­di­ze some­thing, with­dra­wing the sub­s­idy...

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Kom­men­tiert: »The Poli­tics of Hun­ger« by Paul Col­lier

Beitrag vom 22. August 2009

Inner­halb der letz­ten 12 Mona­te sind meh­re­re ein­fluss­rei­che Publi­ka­tio­nen der Befür­wor­ter von Gen­tech­nik und indus­tri­el­ler Land­wirt­schaft erschie­nen Hier wer­fen wir einen Blick auf den ers­ten die­ser Bei­trä­ge, den Wal­den Bel­lo in sei­nem Text „The glo­bal food pri­ce cri­sis: A cri­tique of ortho­dox per­spec­ti­ves“ als „Per­haps the most influ­en­ti­al ortho­dox view on the cau­ses, dyna­mics, and solu­ti­on to the food pri­ce cri­sis“ bezeich­net (http://www.worldhunger.org/articles/09/editorials/bello.htm). Kaum über­ra­schend, wird Col­liers Bei­trag vom World Food Pro­gram als Infor­ma­ti­ons­quel­le ange­bo­ten (http://www.wfp.org/content/politics-hunger-foreign-affairs). Der Text von Paul Col­lier, Öko­no­mie-Pro­fes­sor und Direk­tor des Cen­ter for the Stu­dy of Afri­can Eco­no­mies an der Uni­ver­si­tät Oxford, erschien 2008 in der Novem­ber-Aus­ga­be von For­eign Affairs mit dem Titel „The Poli­tics of Hun­ger“. In sei­ner Ana­ly­se ermit­telt Col­lier drei Bedro­hun­gen für die Welt­ernäh­rung: die klein­bäu­er­li­che Land­wirt­schaft, die US-Sub­ven­tio­nen für Agro­s­prit (der dort fast aus­schließ­lich aus Mais gewon­nen wird) und die euro­päi­sche Zurück­hal­tung bei der Nut­zung von gen­tech­nisch modi­fi­zier­ten (GM-) Sor­ten. Sein Lösungs­vor­schlag: Die rasche Aus­deh­nung der indus­tri­el­len Land­wirt­schaft und sofor­ti­ge Abschaf­fung der...

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Bei­trä­ge blei­ben aus

Beitrag vom 11. August 2009

Welt­ernäh­rungs­pro­gramm in Finanz­nö­ten: UN-Unter­stüt­zungs­fonds feh­len drei Mil­li­ar­den Dol­lar – knapp die Hälf­te sei­nes Bud­gets. Hil­fe für Hun­dert­tau­sen­de Hun­gern­de ein­ge­stellt Das Welt­ernäh­rungs­pro­gramm der Ver­ein­ten Natio­nen (World Food Pro­gram – WFP) muß wegen feh­len­der finan­zi­el­ler Mit­tel sei­ne Hilfs­lie­fe­run­gen ein­schrän­ken. Bis zum Jah­res­en­de rech­net die UN-Orga­ni­sa­ti­on mit einem Fehl­be­trag von drei Mil­li­ar­den Dol­lar. Dies geht aus einem im ver­gan­ge­nen Monat ver­öf­fent­lich­ten Bericht her­vor. Bereits Ende Juni hat­te der Lei­ter des Ber­li­ner WFP-Büros, Ralf Süd­hoff, offen­bart, sei­ne Orga­ni­sa­ti­on habe erst 25 Pro­zent ihres Bud­gets für 2009 erhal­ten. Das WFP ist zu hun­dert Pro­zent auf frei­wil­li­ge Bei­trä­ge, in ers­ter Linie von Regie­run­gen, ange­wie­sen. Für die Unter­stüt­zung von 108 Mil­lio­nen bedürf­ti­gen Men­schen in 74 Län­dern hat­te das WFP einen Finanz­be­darf von 6,7 Mil­li­ar­den Dol­lar errech­net. Ange­sichts der nach wie vor unvoll­stän­di­gen Deckung des Bud­gets hat sich das Welt­ernäh­rungs­pro­gramm nun zu dras­ti­schen Kür­zun­gen ent­schlos­sen. So muß im Lau­fe des August der huma­ni­tä­re Flug­dienst des WFP in Tei­len Afri­kas ein­ge­stellt wer­den, mit dem sowohl Hel­fer als auch ein...

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Huma­ni­tä­re Hil­fe instru­men­ta­li­siert

Beitrag vom 11. August 2009

Ein­fluß der Geld­ge­ber beim WFP ist spür­bar: Ent­sor­gung von Über­pro­duk­ti­on, Ver­brei­tung gen­ma­ni­pu­lier­ten Saat­guts und Mili­tär­ein­satz Da sich das World Food Pro­gram (WFP) aus­schließ­lich aus frei­wil­li­gen Bei­trä­gen finan­zie­ren muß und die Hälf­te des Gel­des (vor allem) von den USA und der Euro­päi­schen Kom­mis­si­on kommt, muß damit gerech­net wer­den, daß die­se ver­su­chen, ihren Ein­fluß gel­tend zu machen. Eine bevor­zug­te Bedie­nung jener Kri­sen­re­gio­nen, in denen der Wes­ten sei­ne Hand­lungs­schwer­punk­te sieht, über­rascht des­halb nicht. Das Bud­get des WFP reicht ohne­hin nur für zehn Pro­zent der eine Mil­li­ar­de hun­gern­den Men­schen. Auch ande­re Indi­zi­en deu­ten dar­auf hin, daß das WFP kei­ne »selbst­lo­se« Orga­ni­sa­ti­on ist, son­dern für bestimm­te Zwe­cke instru­men­ta­li­siert wird. In der Ver­gan­gen­heit geriet das Welt­ernäh­rungs­pro­gramm wie­der­holt wegen des Ver­suchs in die Kri­tik, bedürf­ti­gen Län­dern gen­tech­nisch ver­än­der­te Nah­rungs­mit­tel auf­zu­zwin­gen, ins­be­son­de­re Gen­mais. Die­se Lie­fe­run­gen kamen in der Regel aus den USA und hat­ten den Bei­geschmack, daß mit »Sach­spen­den« die eige­ne Über­pro­duk­ti­on ent­sorgt wird, anstatt durch Geld­bei­trä­ge dem WFP den Kauf von Lebens­mit­teln auf regio­na­ler Ebe­ne zu ermög­li­chen...

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David gegen Goli­ath?

Beitrag vom 05. August 2009

Zwei unver­ein­ba­re Per­spek­ti­ven zur Zukunft der Welt­ernäh­rung Spä­tes­tens seit den »Brot­re­vol­ten« von 2007 und 2008, mit denen die Men­schen in rund 40 Län­dern auf die Explo­si­on der Lebens­mit­tel­prei­se reagier­ten, ist die Ernäh­rungs­kri­se ein blei­ben­des The­ma in den Medi­en und in der offi­zi­el­len Poli­tik. Dabei ist die Kri­se eher ein gigan­ti­scher Skan­dal, denn den all­jähr­lich neun Mil­lio­nen Hun­ger­to­ten und mehr als einer Mil­li­ar­de chro­nisch Hun­gern­der steht eine Nah­rungs­mit­tel­men­ge gegen­über, die genü­gen wür­de, um alle Men­schen aus­rei­chend zu ver­sor­gen. Folg­lich man­gelt es in ers­ter Linie an einem »glo­ba­len« poli­ti­schen Wil­len, ein Man­gel, der zum Bei­spiel in der Tole­rie­rung und viel­fach sogar För­de­rung der Flä­chen­kon­kur­renz zwi­schen Agro­treib­stoff- und Nah­rungs­mit­tel­pro­duk­ti­on zum Aus­druck kommt. Doch das The­ma Welt­ernäh­rung steht nicht nur auf­grund von Preis­explo­sio­nen und Hun­ger­pro­tes­ten auf der Tages­ord­nung. Unter­schied­li­che Modell­rech­nun­gen pro­gnos­ti­zie­ren bei einer glo­ba­len Zunah­me der Durch­schnitts­tem­pe­ra­tur von etwa drei Grad Cel­si­us regio­na­le Ern­te­ein­bu­ßen zwi­schen 20 und 50 Pro­zent, je nach­dem, ob man die Ern­te­aus­fäl­le infol­ge von Über­flu­tun­gen und Dür­re­pe­ri­oden mit ein­rech­net oder den...

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