Sana­ma­dou­gou und Sahou müs­sen blei­ben: Land­raub stop­pen – in Mali und über­all sonst!

Beitrag vom 19.8.2014

August 2014: Inter­na­tio­na­ler Appell der euro­päi­schen Sek­ti­on von Afri­que-Euro­pe-Inter­act [*]

Anfang 2013 ist Mali kurz­zei­tig in die inter­na­tio­na­len Schlag­zei­len gera­ten. Isla­mis­ti­sche Mili­zen hat­ten den Nor­den des Lan­des besetzt, es folg­te eine inter­na­tio­na­le Mili­tär­in­ter­ven­ti­on unter Füh­rung Frank­reichs, in deren Ver­lauf zumin­dest grö­ße­re Städ­te wie Tim­buk­tu und Gao befreit wer­den konn­ten. Und doch hat sich das Leben für die Mas­se der Bevöl­ke­rung kaum ver­än­dert – weder im Nor­den noch in den übri­gen Lan­des­tei­len.

Over­kill auf dem Acker

Beitrag vom 06.08.2014

Che­mie­kon­zer­ne ver­ti­cken in EU ver­bo­te­ne Pes­ti­zi­de noch immer mas­sen­haft in Län­dern des Südens. In Mexi­ko wer­den pro Hekt­ar 16mal so vie­le Insek­ti­zi­de ver­sprüht wie in Deutsch­land

Von Peter Clausing

Die »Grü­ne Revo­lu­ti­on« wur­de der­einst von der Rocke­fel­ler-Stif­tung lan­ciert, um die »roten Revo­lu­tio­nen« zu bekämp­fen, die in den Jahr­zehn­ten nach dem Zwei­ten Welt­krieg im glo­ba­len Süden auf­fla­cker­ten. Ihre Väter schu­fen den Mythos, dass die Grü­ne Revo­lu­ti­on vie­le Men­schen vor dem Hun­ger­tod bewahrt hat. Tat­sa­che ist, dass heu­te zwar genü­gend Nah­rung für alle vor­han­den ist. Trotz­dem haben nach Anga­ben des Welt­ernäh­rungs­pro­gramms der Ver­ein­ten Natio­nen (WFP) noch immer 842 Mil­lio­nen Men­schen nicht genug zu essen. All­jähr­lich ster­ben 8,8 Mil­lio­nen von ihnen an Hun­ger oder sei­nen unmit­tel­ba­ren Fol­gen, nach Anga­ben des ehe­ma­li­gen UN-Son­der­be­richt­erstat­ters für das Recht auf Nah­rung, Jean Zieg­ler, sogar mehr als dop­pelt so vie­le. Der Hun­ger­tod muß also ande­re Ursa­chen haben als unge­nü­gen­de Hekt­ar­er­trä­ge.

Mexi­ko: Etap­pen­sieg gegen Kon­zer­ne

Beitrag vom 06.08.2014

Mexi­ko: Zivil­ge­richt stopp­te Gen­mais­an­bau. Agrar­mul­tis lau­fen Sturm gegen das Urteil. Wis­sen­schaft­ler star­ten inter­na­tio­na­le Kam­pa­gne zur Ver­hin­de­rung von Agro­gen­tech­nik.

Von Peter Clausing

Seit Mit­te der 1990er Jah­re bemü­hen sich die Gen­tech­nik­kon­zer­ne, in Mexi­ko Fuß zu fas­sen. Bei Baum­wol­le und Soja ist es ihnen bereits gelun­gen. Beim gen­tech­nisch ver­än­der­ten Mais schien Ende 2011 die letz­te Hür­de gefal­len zu sein, aber inzwi­schen gibt es wie­der Hoff­nung.

Gast­bei­trag: Die Meta­mor­pho­se der Raub­bau­kon­zer­ne

Beitrag vom

von Peter Ger­hardt

Es klingt ein biss­chen wie im Mär­chen. Mul­ti­na­tio­na­le Kon­zer­ne zer­stö­ren Wäl­der und tre­ten Men­schen­rech­te mit Füßen. Durch das Enga­ge­ment inter­na­tio­na­ler Umwelt­schutz­or­ga­ni­sa­tio­nen wer­den die­se in weni­gen Mona­ten dann zu ver­ant­wor­tungs­vol­len Unter­neh­men. Palm­öl- und Papier­mul­tis wie Wil­mar, Gol­den Agri, APRIL (Asia Paci­fic Resour­ces Inter­na­tio­nal Limi­ted) oder APP (Asia Pulp and Paper) haben die­se wun­der­sa­me Meta­mor­pho­se vom Kahl­schlag-Kon­zern zum Regen­wald­schüt­zer in Indo­ne­si­en bereits durch­lau­fen. All die­se Fir­men haben jetzt eine „Zero-Defo­re­sta­ti­on-Poli­cy“. Par­al­lel dazu haben Kon­sum­gü­ter­rie­sen wie Nest­le, Uni­le­ver, Mars, L’Oreal, Proc­ter & Gam­ble oder Col­ga­te-Palm­o­li­ve, die Palm­öl als Roh­stoff benö­ti­gen, ähn­li­che Ver­spre­chen abge­ge­ben.

Inten­siv und inef­fi­zi­ent

Beitrag vom 14.4.2014

Die indus­tri­el­le Land­wirt­schaft ist an den Ver­brauch fos­si­ler Brenn­stof­fe gekop­pelt. Die Ener­gie­bi­lanz ihrer Pro­duk­te ist nega­tiv.

Von Peter Clausing

All­jähr­lich am 17. April hat die glo­ba­le Klein­bau­ern­or­ga­ni­sa­ti­on La Via-Camp­si­na ihren Akti­ons­tag. Die Orga­ni­sa­ti­on sagt, daß Klein­bau­ern ener­gie­ef­fi­zi­en­ter pro­du­zie­ren als Groß­be­trie­be.

Rezen­si­on: „Die Grü­ne Matrix“

Beitrag vom 26.03.2014

Ein kur­zer Wer­be­block in eige­ner Sache (sie­he Buch­hin­weis).

Nach­dem das Buch inzwi­schen mehr­fach bespro­chen wur­de (u.a. in „ana­ly­se + kri­tik“, in der taz, in der jW, in der „Unab­hän­gi­gen Bau­ern­stim­me“, in den „Local Land & soil News“ und in der ILA) hier die Rezen­si­on von Isa­bel Arm­brust aus dem WIDERSPRUCH (Nr. 64, März 2014) .

Die Explo­si­on der Agrar­prei­se 2008 lös­te einen bei­spiel­lo­sen Run auf die ver­füg­ba­ren Anbau­flä­chen die­ser Welt aus. Mit Gross­käu­fen oder lang­lau­fen­den Pacht­ver­trä­gen sichern sich seit­dem Unter­neh­men und Staa­ten die Grund­la­ge für lukra­ti­ve Geschäf­te oder die künf­ti­ge Ernäh­rung ihrer eige­nen Bevöl­ke­rung. Auf der Stre­cke blei­ben Klein­bau­ern und ande­re loka­le Pro­du­zen­ten, die oft nicht ein­mal über Besitz­ti­tel für seit Genera­tio­nen genutz­tes Land ver­fü­gen.

Schwein gehabt – Pro­fit gemacht. Mast­fa­bri­ken zwi­schen Pro­fitzwang und Pro­tes­ten

Beitrag vom 18.3.2014

von Peter Clausing
Lunapark21 Nr. 25; März 2014

Man nennt sie heu­te im angel­säch­si­schen Fach­jar­gon CAFOs – Con­cen­tra­ted Ani­mal Fee­ding Ope­ra­ti­ons. Eher banal und etwas direk­ter: Es geht um Mast­fa­bri­ken. Und damit um rie­si­ge, glo­bal akti­ve Fleisch­kon­zer­ne, von denen 2013 oder 2014 erst­mals einer, der chi­ne­si­sche Rie­se Shuang­hui Inter­na­tio­nal Hol­ding, der 2013 den US-Flei­schrie­sen Smit­h­field über­nahm, zur Grup­pe der 500 größ­ten Kon­zer­ne der Welt, der „Glo­bal 500“, vor­sto­ßen dürf­te.

Prä­sen­ta­ti­on zum Work­shop in Han­no­ver am 8.3.2014

Beitrag vom

Im Rah­men der ein­tä­gi­gen Ver­an­stal­tung „SCHON MAL ABSCHALTEN!?“ in Han­no­ver fand ein Work­shop zum The­ma „Agrar­in­dus­trie“ statt.

Der Work­shop wid­me­te sich den Kli­ma­bi­lan­zen indus­tri­el­ler Land­wirt­schaft im Ver­gleich zu klein­bäu­er­li­cher Land­wirt­schaft mit agrar­öko­lo­gi­schen Anbau­ver­fah­ren. Die­se Bilan­zen wur­den im Kon­text der Siche­rung der Ernäh­rung einer im Ver­gleich zu heu­te um 30 Pro­zent grö­ße­ren Welt­be­völ­ke­rung im Jahr 2050 dis­ku­tiert.

Die Prä­sen­ta­ti­on zum Work­shop fin­det sich hier.

Mono­pol und Elend (Gast­bei­trag)

Beitrag vom 23.1.2014

Die welt­wei­te Ver­ein­heit­li­chung von Saat­gut dient den Inter­es­sen der Agrar­kon­zer­ne und führt zur Ent­rech­tung und Ent­eig­nung klei­ner Land­wir­te

Von Anne Schweig­ler

Im August 2013 streik­ten die Bau­ern in Kolum­bi­en für meh­re­re Wochen und stell­ten die Belie­fe­rung der Städ­te mit Nah­rungs­mit­teln qua­si ein. Zusam­men mit Stu­den­ten, Indi­ge­nen und Indus­trie­ar­bei­tern, die sich soli­da­risch erklär­ten, leg­ten sie das Land lahm. Die Aus­wir­kun­gen der Frei­han­dels­ab­kom­men mit den USA und Euro­pa auf die Land­wirt­schaft des Lan­des und die Empö­rung über eine damit zusam­men­hän­gen­de Saat­gut­ver­ord­nung waren der zen­tra­le Aus­lö­ser. Mit letz­te­rer wur­de selbst­pro­du­zier­tes Saat­gut für ille­gal erklärt und des­sen Beschlag­nah­mung und Zer­stö­rung ver­fügt.

Fünf Mal so vie­le Schwei­ne wie Men­schen

Beitrag vom 20.12.2013

Indus­tri­el­le Schwei­ne­mast in Mexi­ko: Gran­jas Caroll/Smithfield

Von Peter Clausing

Indus­tri­el­le Schwein­mast­an­la­gen zer­stö­ren die Umwelt und rufen gesund­heit­li­che Schä­den her­vor. Sie ver­un­rei­ni­gen das Grund­was­ser sowie Ober­flä­chen­ge­wäs­ser und kön­nen Atem­be­schwer­den, Nie­ren­pro­ble­me und ande­re Erkran­kun­gen her­vor­ru­fen. Unter­su­chun­gen bele­gen die psy­chi­schen Wir­kun­gen des per­ma­nen­ten Gestanks, den Mast­fa­bri­ken erzeu­gen. All das bekom­men auch die Bewoh­ne­rIn­nen des Pero­te-Tals im mexi­ka­ni­schen Bun­des­staat Ver­a­cruz zu spü­ren. Doch es bedurf­te erst des Aus­bruchs der vom H1N1-Virus her­vor­ge­ru­fe­nen Schwei­ne­grip­pe im Jahr 2009, um die dor­ti­gen Ver­hält­nis­se ins Ram­pen­licht der inter­na­tio­na­len Öffent­lich­keit zu rücken. Der Ursprung die­ser zeit­wei­se von der Welt­ge­sund­heits­or­ga­ni­sa­ti­on als glo­ba­le Epi­de­mie (Pan­de­mie) ein­ge­stuf­ten Grip­pe­wel­le ließ sich in den Ort La Glo­ria zurück­ver­fol­gen, der sich in unmit­tel­ba­rer Nähe zu einer der Mast­fa­bri­ken des Unter­neh­mens Gran­jas Car­roll (GC) befin­det.

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