Klein­bau­ern leis­ten Wider­stand

Beitrag vom 13.11.2013

La Vía Cam­pe­si­na ist in die­sem Jahr 20 Jah­re alt gewor­den

Von Peter Clausing

In der mit Trä­nen­gas gesät­tig­ten Luft von Seat­tle im Dezem­ber 1999 dank­ten die Frau­en von Vía Cam­pe­si­na der Welt­han­dels­or­ga­ni­sa­ti­on (WTO): Die Repres­si­ons­maß­nah­men wäh­rend des WTO-Gip­fels hät­ten die zahl­reich zu den Pro­tes­ten erschie­ne­nen Klein­bäue­rIn­nen zusam­men­ge­schmie­det. Auch wur­de die glo­ba­le Föde­ra­ti­on wider­stän­di­ger Land­wir­tIn­nen erst durch die Mas­sen­pro­tes­te und die Poli­zei­ge­walt gegen Akti­vis­tIn­nen in Seat­tle welt­weit sicht­bar, obwohl Vía Cam­pe­si­na schon sechs Jah­re zuvor gegrün­det wor­den war.
Damals hat­ten Indi­ge­ne und Land­ar­bei­te­rIn­nen den Para­dig­men­wech­sel erkannt, den Anfang der 1990er Jah­re die Auf­nah­me land­wirt­schaft­li­cher The­men in die Ver­hand­lun­gen des GATT-Abkom­mens (Gene­ral Agree­ment on Tariffs and Tra­de) bedeu­te­te. 1993 tra­fen sich daher 46 von ihnen im bel­gi­schen Mons und grün­de­ten einen gemein­sa­men Dach­ver­band. Die im GATT-Abkom­men getrof­fe­nen Ver­ein­ba­run­gen leg­ten den Grund­stein für die markt­ba­sier­te Zer­stö­rung jener agrar­po­li­ti­schen Struk­tu­ren und Pro­gram­me, die die Bäue­rIn­nen in den Jah­ren zuvor in ver­schie­de­nen Län­dern erkämpft hat­ten.

Sprengt die Wert­schöp­fungs­ket­ten !!

Beitrag vom 08.11.2013

Von Peter Clausing

Den offi­zi­el­len Start von vier Groß­pro­jek­ten des »Ger­man Food Partnership«-Programms (GFP) am 5.11.2013 nah­men meh­re­re Nicht­re­gie­rungs­or­ga­ni­sa­tio­nen zum Anlass, die­se »Ent­wick­lungs­po­li­tik im Dienst deut­scher Kon­zer­ne« scharf zu kri­ti­sie­ren. Das Forum Umwelt und Ent­wick­lung for­der­te, »das FDP-Pro­jekt unver­züg­lich zu stop­pen«, und Jan Urhahn, Land­wirt­schafts­ex­per­te des ent­wick­lungs­po­li­ti­schen Netz­werks INKOTA, hob her­vor, daß die Bun­des­re­gie­rung mit GFP unter dem Deck­man­tel von Hun­ger- und Armuts­be­kämp­fung ein­sei­tig die Wirt­schafts­in­ter­es­sen deut­scher und euro­päi­scher Unter­neh­men wie BASF, Bay­er Crop Sci­ence oder Syn­gen­ta bedie­ne. Neben den trans­na­tio­na­len Agrar­kon­zer­nen fin­den sich unter den zehn GFP-Part­nern auch die Han­dels­ket­te Metro, der Ver­band der Nah­rungs­mit­tel- und Ver­pa­ckungs­ma­schi­nen und die Dün­ge­mit­tel­in­dus­trie. Bereits die Zusam­men­set­zung die­ser »Part­ner­schaft« lässt erken­nen, dass es um die Schaf­fung ver­ti­kal inte­grier­ter Wert­schöp­fungs­ket­ten geht, bei denen bekannt­lich der Wert vor allem am unte­ren Ende der Ket­te von den Bäue­rin­nen und Bau­ern geschaf­fen und dann schritt­wei­se nach oben trans­fe­riert wird.

Jetzt Erschie­nen: Die Grü­ne Matrix – Natur­schutz und Welt­ernäh­rung am Schei­de­weg

Beitrag vom 2.11.2013

Grü­ne Matrix_Vorwort & Ein­lei­tung

Bespre­chungs­ex­em­pla­re und Anfra­gen zu Buch­prä­sen­ta­tio­nen über pcl [ätt] jpberlin.de

Cover vorn

Recht auf Nah­rung

Beitrag vom 19.9.2013

In die­sen Tagen erscheint das Buch »Die grü­ne Matrix. Natur­schutz und Welt­ernäh­rung am Schei­de­weg.« Die Tages­zei­tung jun­ge Welt ver­öf­fent­lich­te eine unter Weg­las­sung von Fuß­no­ten und Lite­ra­tur­hin­wei­sen gekürz­te Fas­sung des Abschnitts »Agrar­öko­lo­gie – Defi­ni­tio­nen, Kon­text und Poten­tia­le«.

Von Peter Clausing

Bill Gates in Afri­ka

Beitrag vom 17. und 19. August 2013

Die­sen Bei­trag gibt es auch auf Fran­zö­sisch und Spa­nisch

Seit 2006 bemüht sich, rela­tiv wenig beach­tet, die „Alli­anz für eine Grü­ne Revo­lu­ti­on in Afri­ka“, den pro­fi­ta­blen Teil der afri­ka­ni­schen Land­wirt­schaft in den Welt­markt zu inte­grie­ren. Hin­zu kommt, dass par­al­lel dazu, eben­falls in Afri­ka, seit 2010 ver­sucht wird, eine wich­ti­ge Kom­po­nen­te agrar­öko­lo­gi­scher Anbau­ver­fah­ren unter pri­va­te Kon­trol­le zu brin­gen – die bio­lo­gi­sche Anrei­che­rung von Stick­stoff im Boden. Wie­der­um gehört die Bill & Melin­da Gates-Stif­tung zu den Haupt­ak­teu­ren.

Von Peter Clausing

TEIL I

Fran­zö­si­sche Wis­sen­schaft­ler wider­ste­hen Mon­s­an­to

Beitrag vom 7. August 2013

Gen­mais: nicht koscher
Fran­zö­si­sche Wis­sen­schaft­ler wider­ste­hen Mon­s­an­to. Ihre Stu­die wies bei Rat­ten Gesund­heits­schä­den durch Ver­zehr einer mani­pu­lier­ten Sor­te nach. Sie wird seit­her ver­geb­lich als unse­ri­ös dif­fa­miert

Von Peter Clausing

Vor knapp einem Jahr, am 19. Sep­tem­ber 2012, ver­öf­fent­lich­te Pro­fes­sor Gil­les-Eric Séra­li­ni von der Uni­ver­si­tät Caen, Nord­frank­reich, zusam­men mit sie­ben wei­te­ren Autoren in der Fach­zeit­schrift Food and Che­mi­cal Toxi­co­lo­gy die Ergeb­nis­se einer Lang­zeit­stu­die. Dabei wur­den krebs­er­re­gen­de Wir­kun­gen und ande­re Gesund­heits­schä­den an Rat­ten nach­ge­wie­sen, nach­dem die­se 24 Mona­te lang mit gen­tech­nisch ver­än­der­tem NK603-Mais gefüt­tert wur­den. Die Publi­ka­ti­on schlug ein wie eine Bom­be, denn sie stellt die laxe Risi­ko­be­wer­tung für gen­tech­nisch modi­fi­zier­te (GM) Pflan­zen, wie sie bis­lang von der Euro­päi­schen Behör­de für Lebens­mit­tel­si­cher­heit (EFSA) und anders­wo prak­ti­ziert wird, in Fra­ge.

Kei­ne Rück­kehr des Wal­des

Beitrag vom 19.6.2013

In weni­gen Län­dern nimmt die Wald­flä­che zu – aber nur wegen Holz­im­por­ten aus ande­ren Staa­ten.
Von Peter Clausing

Der glo­ba­le Wald­ver­lust spielt in der Umwelt­kri­se eine her­aus­ra­gen­de Rol­le. Damit gehen die Sor­gen über die Fol­gen von Arten­ver­lust, Kli­ma­wan­del, aber auch den Weg­fall der Lebens­grund­la­ge für vom Wald abhän­gi­ge Bevöl­ke­rungs­grup­pen ein­her. NGOs und kirch­li­che Hilfs­wer­ke pran­gern dar­um die Zer­stö­rung der Lebens­grund­la­gen indi­ge­ner Völ­ker durch Palm­öl­plan­ta­gen und Soja­wüs­ten an. Bei der »Ret­tung des Kli­mas« durch Koh­len­stoff­märk­te hat der Wald eine Schlüs­sel­funk­ti­on. Wes­halb trans­na­tio­na­le Natur­schutz­or­ga­ni­sa­tio­nen Spen­den sam­meln, »um die Säge zu stop­pen«. Schließ­lich ver­öf­fent­licht die Welt­ernäh­rungs­or­ga­ni­sa­ti­on (FAO) seit 1980 regel­mä­ßig die Ergeb­nis­se einer glo­ba­len Wald­be­stands­auf­nah­me, die Glo­bal Forest Res­sour­ces Assess­ment, in dem die Ver­lus­te sys­te­ma­tisch beschrie­ben wer­den. Es gibt also vie­le ver­schie­de­ne Akteu­re, die sich bei die­sem The­ma zu Wort mel­den.

Land Con­trol Grab­bing: Besitz ist gut, Kon­trol­le ist bes­ser

Beitrag vom 20.4.2013

Obwohl Mexi­ko für das klas­si­sche Land Grab­bing ein unty­pi­scher Fall ist, spielt das Phä­no­men eine durch­aus beacht­li­che Rol­le, wenn man den Blick­win­kel erwei­tert und Land Con­trol Grab­bing ein­be­zieht. Bei einer sol­chen Erwei­te­rung des Blick­win­kels wird deut­lich, dass auf die­se Wei­se in Mexi­ko inzwi­schen 30% der land­wirt­schaft­li­chen Nutz­flä­che durch Drit­te kon­trol­liert wer­den. Nähe­res dazu in einem Bei­trag in der ILA. Umge­kehrt gibt es zag­haf­te Ver­su­che von Regie­run­gen bestimm­ter Län­der, Land Grab­bing durch gesetz­lich Rege­lun­gen bzw. Mora­to­ri­en ein­zu­däm­men. Dar­an knüpft sich die Fra­ge an, ob sich bäu­er­li­ches Wirt­schaf­ten und agrar­öko­lo­gi­sche Metho­den wie die Push-Pull-Tech­no­lo­gie, die im sub­sa­ha­ri­schen Afri­ka 300 Mil­lio­nen Men­schen zugu­te­kom­men könn­te, gegen die mit dem Land­raub ver­bun­de­ne Groß­flä­chen­pro­duk­ti­on behaup­ten kön­nen. Sie­he dazu den Bei­trag in Oeko­lo­gie und Land­bau.

Mexi­ko: Hun­ger­streik gegen trans­ge­nen Mais

Beitrag vom 26.1.2013

Kol­lek­ti­ver Hun­ger­streik gegen die Aus­saat von gen­tech­nisch ver­än­der­tem Mais in Mexi­ko-Stadt
von Peter Clausing

Mexi­ko-Stadt. Am Mitt­woch (23.1.2013) hat eine neue Pha­se des Kamp­fes gegen die Aus­saat von gen­tech­nisch ver­än­der­tem Mais in Mexi­ko begon­nen. Die Anfüh­rer auto­no­mer regio­na­ler Bau­ern­or­ga­ni­sa­tio­nen aus über 20 Bun­des­staa­ten initi­ier­ten einen kol­lek­ti­ven Hun­ger­streik vor dem sym­bol­träch­ti­gen Denk­mal des Unab­hän­gig­keits­en­gels in Mexi­ko-Stadt.

Ent­ge­gen den am Vor­tag mit der Stadt­ver­wal­tung getrof­fe­nen Ver­ein­ba­run­gen wur­de ein direk­ter Zugang zu dem Monu­ment durch ein mas­si­ves Poli­zei­auf­kom­men ver­hin­dert. Alber­to Gómez Flo­res, Spre­cher des Dach­ver­ban­des der Auto­no­men Regio­na­len Bau­ern­or­ga­ni­sa­tio­nen (UNORCA), sag­te, es sei bezeich­nend, dass den Bür­gern der Zugang zu dem Monu­ment ver­wei­gert wür­de, wäh­rend der Staat Kon­zer­nen wie Mon­s­an­to, Du Pont und Pioneer Diens­te erwei­se. Hun­der­te Akti­vis­ten hat­ten sich an dem Ort ver­sam­melt, der zudem nur weni­ge Meter von der US-ame­ri­ka­ni­schen Bot­schaft ent­fernt liegt.

Hun­ger und Ver­wüs­tung

Beitrag vom 29.11.2012

Lebens­mit­tel­spe­ku­la­ti­on, Land Grab­bing und Agro­treib­stoff­pro­duk­ti­on: Drei aktu­el­le Instru­men­te zur Ren­di­te­ma­xi­mie­rung ver­ur­sa­chen Nah­rungs­man­gel und Ver­ödung von Böden

von Peter Clausing

Die DWS Invest­ments, eine Fonds­ge­sell­schaft der Deut­schen Bank, froh­lock­te vor eini­ger Zeit auf ihrer Web­site: »Die rasant wach­sen­de Welt­be­völ­ke­rung, (…) Land- und Was­ser­knapp­heit – all das sind Punk­te, die für über­durch­schnitt­lich gute Per­spek­ti­ven der Agrar­wirt­schaft spre­chen.« Der­lei Sprü­che sind in der Welt der Invest­ment­ban­ker inzwi­schen häu­fig zu fin­den. Die Fonds­ma­na­ger bie­ten den Inves­to­ren soge­nann­te Alpha-Ren­di­ten von bis zu 25 Pro­zent jähr­lich. Die Angst vor »Brot­re­vol­ten« (Food Riots), die in den Jah­ren 2007/2008 die Welt erschüt­ter­ten, scheint ver­flo­gen. Damals, als sich die Prei­se für Reis, Mais und ande­re Getrei­de­ar­ten inner­halb von ein, zwei Jah­ren ver­dop­pel­ten oder gar ver­drei­fach­ten, gab es Hun­ger­pro­tes­te in über 40 Ländern.1 Im Jahr 2009 redu­zier­ten sich die Welt­markt­prei­se für Nah­rungs­mit­tel auf das Durch­schnitts­ni­veau von 2007, aber seit 2011 lie­gen sie sogar über dem Wert von 2008.

Tag-Wolke