Bodenrausch (Rezension)

Beitrag vom 9.7.2012

Das Buch „Bodenrausch“ von Wilfried Bommert erfüllt die Erwartungen des (rezensierenden) Lesers nicht
Peter Clausing

Vor rund vier Jahren begannen im globalen Süden fieberhafte Landkäufe, die bis heute anhalten. Nach einer Reihe von Studien durch Nichtregierungsorganisationen (NGOs), Hilfswerke und selbst Regierungsstellen ist Wilfried Bommerts „Bodenrausch“ nun das erste deutschsprachige Buch zu dem Thema, das in einem größeren Verlagshaus erschien. Es ist faktenreich und vermittelt einen breiten, wenngleich nicht unproblematischen Überblick. In vier Teilen befasst es sich mit dem Phänomen des Land Grabbing, seinen Triebkräften, Alternativen zur industriellen Landwirtschaft, und unterbreitet Vorschläge, wie das Ganze gestoppt werden könnte.

Greenwashing: Der WWF als Krake

Beitrag vom 31.3.2012

Über das Umweltschutzspektakel »Earth Hour«, den WWF und dessen Liaison mit den Konzernen des Agrobusiness
von Peter Clausing

Am 31. März wird zum sechsten Mal die »Earth Hour« begangen, ein vom »World Wide Fund for Nature« (WWF) organisiertes Event, dessen Teilnehmer für eine Stunde das Licht ausschalten. Ein symbolischer Akt, mit dem die Unterstützung des Umweltschutzgedankens zum Ausdruck gebracht werden soll. Eine echte Wohlfühlnummer für die Beteiligten, und zugleich ein Meßinstrument dafür, wie viele Menschen bereit sind, sich der Vernebelung durch den WWF hinzugeben: Im Jahr 2011 waren es in Deutschland über 30000 in 66 Städten. Die Aktion ist einfach wunderbar: Man bleibt anonym und unauffällig, stellt keine Forderungen, ist nicht den üblichen Unbilden einer Demonstration wie Wetter oder Polizei ausgesetzt und hat trotzdem das Erlebnis, dabei gewesen zu sein. Wobei? Beim WWF! Also bei jener Organisation, auf deren enge Verbindungen mit internationalen Großkonzernen Wilfried Huismann in seiner am 22. Juni 2011 auf ARD gesendeten Dokumentation aufmerksam machte, unbeschadet bereits früher veröffentlichter Hinweise.1 Anläßlich der »Earth Hour 2012« soll ein Blick auf die sogenannten Greenwashing-Praktiken des WWF geworfen werden.

Nahrungsmittelspekulation: Deutsche Bank will Dokumentarfilm zensieren

Beitrag vom 17.12.2011

Die Deutsche Bank will einem Film des »Zentrums für Politische Schönheit« verbieten und hat angekündigt, mit juristischen Mitteln gegen den Film über Nahrungsmittelspekulation vorzugehen. In dem Film hatte der Pressesprecher der Deutschen Bank, Frank Hartmann, auf die Nachfrage, ob seine Argumentation nicht auf die zynische Auffassung hinauslaufe, dass die Menschen in Afrika an ihrem Hunger selbst schuld seien geantwortet: »Natürlich sind die selbst schuld!«

Jetzt die Filme kopieren, über die sozialen Netzwerke teilen und auf eigenen Homepages einstellen!

Pressemitteilung dazu:
https://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2011/722

Video-Link:
http://www.youtube.com/watch?v=rQ7cXnsCh0E

Das Video selbst:

Hunger – Katastrophe, Protest und Medienereignis

Beitrag vom

Wo liegen die Gründe für die skandalöse Diskrepanz zwischen Produktion und Versorgung?

Von Peter Clausing

Hunger ist die Alltagsrealität für ein Sechstel der Menschheit und – hungerbedingte Krankheiten mitberücksichtigt – die Todesursache für 10 Millionen Menschen jährlich. Spätestens seit der Explosion der Nahrungsmittelpreise 2007/2008 ist klar, dass das Milleniums-Entwicklungsziel, den Anteil der Menschen, die Hunger leiden, von 1990 bis 2015 zu halbieren, nicht annähernd erreicht werden wird. Statt zu einer Reduzierung kam es 2008 zu einem Anstieg der Zahl der Hungernden. Dabei wird Jahr für Jahr genügend produziert, um – statistisch betrachtet – alle Menschen mit ausreichend Nahrung zu versorgen.

Naturschutz im Spannungsfeld

Beitrag vom 10.11.2011

Kommentierte Präsentation zu einem am 10. November 2011 im Rahmen des Wuppertaler Nord-Süd-Kolloquiums gehaltenen Vortrag.

Mexiko-Lateinamerika: Tödliche Pestizide

Beitrag vom 07.11.2011

von Alfredo Acedo*

(Quito, 14. Oktober 2011, alai).- Der grün und ockerfarben gemusterte Teppich des Valle del Yaqui ist zwar schön anzusehen, er verbirgt jedoch eine Tragödie, die sich in dieser Region abspielt. Unter dem kapitalistischen Landwirtschaftsmodell wurden hier über 50 Jahre intensiv Pflanzenschutzmittel eingesetzt, wodurch Wasser, Böden und Luft verschmutzt und die Region damit praktisch zerstört wurde. Doch nicht nur die Natur trägt die verheerenden Konsequenzen. Die unverantwortlichen Praktiken haben auch Menschenleben gefordert.

Mexiko: Recht auf Nahrung – ein weiteres Lippenbekenntnis?

Beitrag vom 14.11.2011

Katastrophale Auswirkungen der Freihandelsabkommen auf die Ernährungssituation in Mexiko

Von Peter Clausing

Mitte Oktober begrüßte Olivier de Schutter, UN-Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung, die Bekanntmachung Mexikos, eben diesem Recht Verfassungsrang einzuräumen. Bereits am Ende seiner im Juni durchgeführten Mexiko-Mission mahnte der UNO-Beauftragte mit Blick auf die anstehende Verfassungsreform „die weitere Verbesserung des juristischen Umfelds in Form einer Rahmengesetzgebung für das Recht auf Nahrung an, so, wie es in einer Reihe anderer Länder dieser Region bereits erfolgt ist“. Vor dem Hintergrund gravierender Missstände in den Bereichen Ernährung und landwirtschaftliche Produktion empfahl de Schutter eine nationale Strategie, um dem Recht auf Nahrung Geltung zu verschaffen.

Land Grabbing in Mexiko: Ein argumentativer Kopfstand der Weltbank

Beitrag vom 09.11.2011

Von Peter Clausing und Christina Goschenhofer

In diesem in der Zeitschrift PERIPHERIE erschienen Beitrag wird die Argumentation der Weltbank analysiert, dass mit freiwilligen Richtlinien und “klar definierten Landrechten” das Land Grabbing in den Ländern des Südens von einer Bedrohung in eine Entwicklungschance konvertiert werden könne. Mexiko dient der Weltbank dafür als wichtiger Beispiel. Im Gegensatz dazu kommt die vorliegende Analyse zu der Schlussfolgerung, dass sich die realen Verhältnisse in Mexiko von dem „papiernen“ Mexiko, wie es in den Dokumenten der Weltbank zu finden ist, sehr stark unterscheiden. Wenn Mexiko eines der wichtigen positiven Beispiele ist, dieses aber erhebliche Mängel aufweist, dann wird damit das gesamte Konzept freiwilliger Selbstverpflichtungen als Lösungsansatz für die sozialen und ökologischen Folgen des Land Grabbing in Frage gestellt.

Peak Soil: Bodenzerstörung und Nahrungsmittelkrise

Beitrag vom 29.9.2011

Von Peter Clausing

In dem Beitrag „Peak Soil: Soil Destruction and the Food Crisis“ in der Ausgabe Nr. 38/39 von „local land & soil news“ (2011) geht es um die globale Bodendegradation und deren mögliche Umkehr. Der Begriff „Peak Soil“ ist eine semantische Ableitung von „Peak Oil“, aber zwischen diesen beiden Begriffen besteht ein wesentlicher Unterschied: Während es unmöglich ist, fossile Energie zu „erneuern“ (außer in geologischen Zeiträumen), ist es möglich, viele degradierte Böden innerhalb eines menschlichen Zeithorizonts zu restaurieren, vorausgesetzt der politische Wille existiert und es würden die entsprechenden Kenntnisse angewendet und Ressourcen zur Verfügung gestellt werden.

Widerstand gegen Landgrabbing in Mali finanziell rückkoppeln

Beitrag vom 18.09.2011

Umverteilung praktisch angehen – beispielsweise Flugreisen mit Widerstand gegen Landgrabbing in Mali finanziell rückkoppeln

Gastbeitrag von NoLager Bremen

Die Anfang des Jahres stattgefundene Bamako-Dakar-Karawane für Bewegungsfreiheit und gerechte Entwicklung hat nicht nur politisch merkliche Spuren hinterlassen, sie hat auch intern einmal mehr deutlich gemacht, auf wie dünnem Eis soziale Basisbewegungen in Mali bzw. Westafrika ingesamt wandeln – sei es, weil die erforderlichen Ressourcen in nahezu jedweder Hinsicht fehlen oder sei es, weil sich die AktivistInnen zunächst einmal um ihr eigenes Überleben kümmern müssen. Afrique-Europe-Interact hat daher beschlossen, die politische Arbeit der malischen Gruppen unseres Netzwerks durch eine Spenden- bzw. Umverteilungskampagne hierzulande zu unterstützen (inklusive steuerlicher Absetzbarkeit). Was das genau heißt, kann unserem Spendenaufruf entnommen werden (siehe unten), wobei ausdrücklich darauf hingewiesen sei, dass wir uns nicht nur über individuelle Spenden freuen (ob groß oder klein), sondern auch über Soli-Partys, private Bingo-Abende oder aber – und hierum soll es nunmehr genauer gehen – die finanzielle Rückkoppelung der letzten Flugreise mit dem von Afrique-Europe-Interact unterstützten Widerstand gegen Landgrabbing in Mali.

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