Pres­se­rat rügt Daim­ler und Bay­er wegen getarn­ter Jatro­pha-Wer­bung

Beitrag vom 31.05.2010

Kos­ten­lo­ser Arti­kel auf LifeGen.de

Daim­ler und Bay­er woll­ten Medi­en fop­pen – und kas­sie­ren öffent­li­che Rüge

Der Deut­sche Pres­se­rat hat heu­te einen Ver­stoß der Sin­del­fin­ger Zeitung/Böblinger Zei­tung (SZBZ) gegen den Pres­se­ko­dex fest­ge­stellt. Von den vier mög­li­chen Sank­ti­ons­mög­lich­kei­ten wur­de die schärfs­te („öffent­li­che Rüge mit Abdruck­ver­pflich­tung“) ver­hängt. Der Pres­se­rat hat­te sich auf Antrag der Coor­di­na­ti­on gegen BAY­ER-Gefah­ren mit dem am 5. Febru­ar erschie­ne­nen Arti­kel „Grund­stoff für Bio­die­sel-Pro­duk­ti­on“ befasst. Dar­in wird ein Pro­jekt der Fir­men Daim­ler und Bay­er zum Anbau der ölhal­ti­gen Pflan­ze Jatro­pha in Indi­en vor­ge­stellt. Als Autor wird SZBZ-Redak­teur Wer­ner Eber­hardt genannt. Pein­lich für die PR-Pro­fis bei­der Kon­zer­ne: Einen Tag zuvor war der Arti­kel jedoch wort­gleich auf der Home­page der Daim­ler AG erschie­nen. Als Copy­right wur­de ange­ge­ben „Daim­ler AG. Alle Rech­te vor­be­hal­ten“.

Agro­s­prit, Hun­ger, Mehr­ver­brauch statt Effi­zi­enz

Beitrag vom 29.05.2010

Mat­thi­as Bra­ke

Im spa­ni­schen Sevil­la ist die inter­na­tio­na­le Kon­fe­renz der Agrar­treib­stoff­in­dus­trie (World Bio­fu­els 2010 [1]) zu Ende gegan­ge­nen. Dort wur­den die Aus­bau­plä­ne und Wachs­tums­hoff­nun­gen der Agrar­treib­stoff-Pro­du­zen­ten vor­ge­stellt [2]. 480 Mil­lio­nen Hekt­ar Land sol­len bis 2045 für den Anbau von Ener­gie­pflan­zen genutzt wer­den. Zum Ver­gleich: Die Gesamt­flä­che der Euro­päi­schen Uni­on beträgt 430 Mil­lio­nen Hekt­ar.

Wei­ter­le­sen auf Tele­po­lis

Mit Gewalt gegen Hun­ger

Beitrag vom 18.05.2010

Erschie­nen in „jun­ge Welt“ vom 18.05.2010
Peter Clausing

Vor zwei Jah­ren gab es in zahl­rei­chen Län­dern des Südens soge­nann­te Hun­ger­re­vol­ten (Food Riots). Sie erreg­ten soviel Auf­se­hen, daß ihnen über einen län­ge­ren Zeit­raum Platz in den Schlag­zei­len der Welt­pres­se ein­ge­räumt wur­de. Wich­ti­ge Main­stream-Zei­tun­gen und -Zeit­schrif­ten wid­me­ten dem The­ma wie­der­holt Bei­trä­ge. Ein gemein­sa­mes Merk­mal vie­ler die­ser Berich­te war die Her­vor­he­bung des »chao­ti­schen« und »gewalt­tä­ti­gen« Cha­rak­ters der Pro­tes­te, ein Kli­schee, das bekannt­lich nicht auf Food Riots beschränkt ist, son­dern auch bei ande­ren Pro­tes­ten zur Anwen­dung kommt.

Nami­bia: Agrar­groß­pro­jekt von Deme­ter Inter­na­tio­nal Ltd., UK

Beitrag vom 15.05.2010

Hinweis/Korrektur: Deme­ter Inter­na­tio­nal Ltd. ist ein bri­ti­sches Agrar­in­vest­ment-Unter­neh­men und hat weder etwas mit Bio­land­bau zu tun noch mit dem deut­schen Ver­band Deme­ter Inter­na­tio­nal e.V., der ein Erzeu­ger­ver­band für bio­lo­gisch-dyna­mi­sche Land­wirt­schaft ist und sich bereits gegen den Miss­brauch sei­nes Namens gewehrt hat.

Mit Bit­te um Ent­schul­di­gung für die ursprüng­lich irre­füh­ren­den Dar­stel­lung.

Im Bwab­wa­ta-Natio­nal­park, fünf Kilo­me­ter von der Gren­ze zu Ango­la ent­fernt, soll auf 10.000 Hekt­ar ein umstrit­te­nes Agrar­groß­pro­jekt ent­ste­hen. Hält die ‚Deme­ter Inter­na­tio­nal Ltd.‘ und ihr nami­bi­scher Part­ner ‚Labour Invest­ment Hol­ding‘ (LIH) an ihrem ‚Katon­do Farm Pro­ject‘ fest, wird hier ab Okto­ber bis­lang unbe­rühr­ter Boden umge­pflügt und zwei­mal pro Jahr geern­tet.

Kubas grü­nes Pro­jekt

Beitrag vom 05.05.2010

Erschie­nen in „jun­ge Welt“ vom 05.05.2010
Peter Clausing

Refor­mier­te Land­wirt­schaft: Aus­wei­tung der Nutz­flä­che, Fokus­sie­rung auf Fami­li­en­be­trie­be, öko­lo­gi­scher Anbau und urba­ne Gemü­se­pro­duk­ti­on

Am 16. März 2010 ver­stör­te eine Mel­dung mit der Über­schrift „Kuba schließt 100 Agrar­un­ter­neh­men“ [1] die Leser. Wäh­rend sich jW auf die­se Mel­dung beschränk­te, beeil­ten sich ande­re Medi­en hin­zu­zu­fü­gen, dass Kuba 60 bis 70 Pro­zent sei­ner Nah­rungs­mit­tel impor­tie­ren müs­se. Prä­si­dent Raúl Cas­tro suche nach „Rezep­ten“, um die land­wirt­schaft­li­che Pro­duk­ti­on zu stei­gern. Der­ar­ti­ge Mel­dun­gen ent­kop­peln die Fak­ten vom Kon­text, zeich­nen ein ein­sei­ti­ges Bild und igno­rie­ren die Tat­sa­che, dass die gesuch­ten „Rezep­te“ längst prak­ti­ziert wer­den. Die Mit­tei­lung, dass 100 Betrie­be geschlos­sen wer­den sol­len und 40.000 Beschäf­tig­te einen neu­en Job fin­den müs­sen, kam vom kuba­ni­schen Land­wirt­schafts­mi­nis­ter Uli­ses Rosa­les del Toro, der Mit­te März in Vil­la Cla­ra an der Ple­nar­sit­zung des 10. Pro­vinz-Kon­gres­ses des Natio­na­len Klein­bau­ern­ver­ban­des teil­nahm.

Rezen­si­on von „Peak Soil – Die glo­ba­le Jagd nach Land“

Beitrag vom 18.04.2010

Bet­ti­na Dyttrich hat das wich­ti­ge im vori­gen Herbst erschie­ne­ne Buch von Tho­mas Fritz zum The­ma „Land grab­bing“ in der WOZ vom 15.04.2010 rezen­siert.

Peak Soil

Hol den Boden bei den Armen

Staa­ten und Kon­zer­ne inves­tie­ren welt­weit immer mehr in Acker­land. Der deut­sche Jour­na­list Tho­mas Fritz beschreibt die­se „glo­ba­le Jagd nach Land“ und zeigt, wie Armut wirk­sam bekämpft wer­den könn­te.

Wei­ter­le­sen auf der Home­page der WOZ

Das Buch online bestel­len unter www.fdcl.org

Peak Soil. Die glo­ba­le Jagd nach Land
Fritz, Tho­mas
FDCL-Ver­lag. Ber­lin 2009
164 Sei­ten. 12 Euro

Pres­se­er­klä­rung zum „Via-Cam­pe­si­na-Tag“ (17.04.2010) in Ber­lin

Beitrag vom 14.04.2010

Zum welt­wei­ten Akti­ons­tag für Ernäh­rungs­sou­ve­rä­ni­tät und bäu­er­li­che Rech­te!

Am 17. April, dem welt­wei­ten La Via Cam­pe­si­na Akti­ons­tag, laden wir ab 14.00 zu einem Akti­ons-Gar­ten­fest im Gemein­schafts­gar­ten am Mari­an­nen­platz 1A in Ber­lin Kreuz­berg ein. Wie an vie­len ande­ren Orten welt­weit, orga­ni­sie­ren auch wir Pro­test­ak­tio­nen und Ver­an­stal­tun­gen rund um die The­men (urba­ne) Land­wirt­schaft und Ernäh­rung.

Für uns* als loka­le Vor­be­rei­tungs­grup­pe ist der 17. April der Höhe­punkt unse­rer Ver­an­stal­tungs­rei­he „Frisch ser­viert vom Kri­sen­herd: Über Agrar­po­li­tik von Oben und Wider­stand von Unten“. Seit Mit­te Febru­ar fan­den rund 20 Ver­an­stal­tun­gen statt. Der rote Faden durch die Ver­an­stal­tun­gen war die Kri­tik an indus­tri­el­ler Land­wirt­schaft und die kla­re Befür­wor­tung von Ernäh­rungs­sou­ve­rä­ni­tät. Damit erklä­ren wir uns soli­da­risch mit La Via Cam­pe­si­na (= der bäu­er­li­che Weg), dem welt­weit größ­ten Netz­werk von bäu­er­li­chen Orga­ni­sa­tio­nen, Gewerk­schaf­ten, Land­lo­sen und indi­ge­nen Gemein­schaf­ten.

Neo­ko­lo­nia­le Land­nah­me: Afri­ka und Asi­en im Aus­ver­kauf

Beitrag vom 28.03.2010

Das Mus­ter ist bekannt, die Metho­de etwas ver­fei­nert. Statt mit Waf­fen­ge­walt sichern sich heu­te rei­che Län­der und mul­ti­na­tio­na­le Kon­zer­ne mit dem nöti­gen Klein­geld üppi­ge Län­de­rei­en in armen und kor­rup­ti­ons­ge­beu­tel­ten Staa­ten. Anders als behaup­tet ist die neue Umver­tei­lung von Boden kei­ne Win-win-Situa­ti­on.
Ab der vier­ten Sei­te der Datei (Pol Oekol_119) ein Text, der soeben in der Zeit­schrift Poli­ti­sche Öko­lo­gie erschie­nen ist.

Prä­sen­ta­ti­on zu Vor­trag „Land­grab­bing“ am 25.02.2010 in Ber­lin

Beitrag vom 25.02.2010

Hier die Prä­sen­ta­ti­on als Live-View (Flash) | PDF zum Vor­trag „Tur­bo-Kapi­ta­lis­mus – die neue Land­nah­me im glo­ba­len Süden“ im Rah­men der Ver­an­stal­tungs­rei­he „Frisch ser­viert vom Kri­sen­herd“ (sie­he Mel­dung vom 14.02.2010).

Den Vor­trag gab’s am 25.2.2010 um 19:00 Uhr in der »Gale­rie Zeit­zo­ne«, Adal­bert­str. 79, 10997 Ber­lin-Kreuz­berg.

Food Riots sind kei­ne „chao­ti­schen Gewalt­aus­brü­che“

Beitrag vom 16.02.2010

Erschie­nen in der IMI-Zeit­schrift AUSDRUCK (Febru­ar 2010)
Klaus Peder­sen

Die Zukunft ver­heißt nichts Gutes. Exper­ten rech­nen mit einer Ver­dopp­lung der Zahl der chro­nisch hun­gern­den Men­schen bis zum Jahr 2030.1 Das Schei­tern des Kli­ma­gip­fels in Kopen­ha­gen im Dezem­ber 2009 und das kaum über­ra­schen­de Behar­ren auf den bis­he­ri­gen Posi­tio­nen der Land­wirt­schafts- und Ernäh­rungs­po­li­tik sei­tens der füh­ren­den Indus­trie­län­der las­sen ver­mu­ten, dass die Zuspit­zung der Welt­ernäh­rungs­kri­se noch dra­ma­ti­scher ver­lau­fen wird als bis­her ein­ge­stan­den – ein Trend, der Erin­ne­run­gen an die Hun­ger­re­vol­ten der jüngs­ten Zeit wach ruft. In den Jah­ren 2007/2008 wur­de über „Food Riots“ in 39 Län­dern berich­tet. Zeit­li­che Dich­te und glo­ba­le Ver­brei­tung die­ser Ereig­nis­se waren bei­spiel­los und weck­ten auf unsanf­te Wei­se ent­spre­chen­de Sicher­heits­be­den­ken in den Zen­tren der Macht. Da die Wie­der­kehr von Hun­ger­re­vol­ten nur eine Fra­ge der Zeit ist, macht es Sinn, sich mit die­sem The­ma auch dann zu beschäf­ti­gen, wenn es nicht unmit­tel­bar die Schlag­zei­len der Welt­pres­se beherrscht.

Tag-Wolke