Mexi­ko-Latein­ame­ri­ka: Töd­li­che Pes­ti­zi­de

Beitrag vom 07.11.2011

von Alfre­do Ace­do*

(Qui­to, 14. Okto­ber 2011, alai).- Der grün und ocker­far­ben gemus­ter­te Tep­pich des Val­le del Yaqui ist zwar schön anzu­se­hen, er ver­birgt jedoch eine Tra­gö­die, die sich in die­ser Regi­on abspielt. Unter dem kapi­ta­lis­ti­schen Land­wirt­schafts­mo­dell wur­den hier über 50 Jah­re inten­siv Pflan­zen­schutz­mit­tel ein­ge­setzt, wodurch Was­ser, Böden und Luft ver­schmutzt und die Regi­on damit prak­tisch zer­stört wur­de. Doch nicht nur die Natur trägt die ver­hee­ren­den Kon­se­quen­zen. Die unver­ant­wort­li­chen Prak­ti­ken haben auch Men­schen­le­ben gefor­dert.

Mexi­ko: Recht auf Nah­rung – ein wei­te­res Lip­pen­be­kennt­nis?

Beitrag vom 14.11.2011

Kata­stro­pha­le Aus­wir­kun­gen der Frei­han­dels­ab­kom­men auf die Ernäh­rungs­si­tua­ti­on in Mexi­ko

Von Peter Clausing

Mit­te Okto­ber begrüß­te Oli­vi­er de Schutter, UN-Son­der­be­richt­erstat­ter für das Recht auf Nah­rung, die Bekannt­ma­chung Mexi­kos, eben die­sem Recht Ver­fas­sungs­rang ein­zu­räu­men. Bereits am Ende sei­ner im Juni durch­ge­führ­ten Mexi­ko-Mis­si­on mahn­te der UNO-Beauf­trag­te mit Blick auf die anste­hen­de Ver­fas­sungs­re­form „die wei­te­re Ver­bes­se­rung des juris­ti­schen Umfelds in Form einer Rah­men­ge­setz­ge­bung für das Recht auf Nah­rung an, so, wie es in einer Rei­he ande­rer Län­der die­ser Regi­on bereits erfolgt ist“. Vor dem Hin­ter­grund gra­vie­ren­der Miss­stän­de in den Berei­chen Ernäh­rung und land­wirt­schaft­li­che Pro­duk­ti­on emp­fahl de Schutter eine natio­na­le Stra­te­gie, um dem Recht auf Nah­rung Gel­tung zu ver­schaf­fen.

Land Grab­bing in Mexi­ko: Ein argu­men­ta­ti­ver Kopf­stand der Welt­bank

Beitrag vom 09.11.2011

Von Peter Clausing und Chris­ti­na Goschen­ho­fer

In die­sem in der Zeit­schrift PERIPHERIE erschie­nen Bei­trag wird die Argu­men­ta­ti­on der Welt­bank ana­ly­siert, dass mit frei­wil­li­gen Richt­li­ni­en und “klar defi­nier­ten Land­rech­ten” das Land Grab­bing in den Län­dern des Südens von einer Bedro­hung in eine Ent­wick­lungs­chan­ce kon­ver­tiert wer­den kön­ne. Mexi­ko dient der Welt­bank dafür als wich­ti­ger Bei­spiel. Im Gegen­satz dazu kommt die vor­lie­gen­de Ana­ly­se zu der Schluss­fol­ge­rung, dass sich die rea­len Ver­hält­nis­se in Mexi­ko von dem „papier­nen“ Mexi­ko, wie es in den Doku­men­ten der Welt­bank zu fin­den ist, sehr stark unter­schei­den. Wenn Mexi­ko eines der wich­ti­gen posi­ti­ven Bei­spie­le ist, die­ses aber erheb­li­che Män­gel auf­weist, dann wird damit das gesam­te Kon­zept frei­wil­li­ger Selbst­ver­pflich­tun­gen als Lösungs­an­satz für die sozia­len und öko­lo­gi­schen Fol­gen des Land Grab­bing in Fra­ge gestellt.

Peak Soil: Bodenzer­stö­rung und Nah­rungs­mit­tel­kri­se

Beitrag vom 29.9.2011

Von Peter Clausing

In dem Bei­trag „Peak Soil: Soil Dest­ruc­tion and the Food Cri­sis“ in der Aus­ga­be Nr. 38/39 von „local land & soil news“ (2011) geht es um die glo­ba­le Boden­de­gra­da­ti­on und deren mög­li­che Umkehr. Der Begriff „Peak Soil“ ist eine seman­ti­sche Ablei­tung von „Peak Oil“, aber zwi­schen die­sen bei­den Begrif­fen besteht ein wesent­li­cher Unter­schied: Wäh­rend es unmög­lich ist, fos­si­le Ener­gie zu „erneu­ern“ (außer in geo­lo­gi­schen Zeit­räu­men), ist es mög­lich, vie­le degra­dier­te Böden inner­halb eines mensch­li­chen Zeit­ho­ri­zonts zu restau­rie­ren, vor­aus­ge­setzt der poli­ti­sche Wil­le exis­tiert und es wür­den die ent­spre­chen­den Kennt­nis­se ange­wen­det und Res­sour­cen zur Ver­fü­gung gestellt wer­den.

Wider­stand gegen Land­grab­bing in Mali finan­zi­ell rück­kop­peln

Beitrag vom 18.09.2011

Umver­tei­lung prak­tisch ange­hen – bei­spiels­wei­se Flug­rei­sen mit Wider­stand gegen Land­grab­bing in Mali finan­zi­ell rück­kop­peln

Gast­bei­trag von NoLa­ger Bre­men

Die Anfang des Jah­res statt­ge­fun­de­ne Bama­ko-Dakar-Kara­wa­ne für Bewe­gungs­frei­heit und gerech­te Ent­wick­lung hat nicht nur poli­tisch merk­li­che Spu­ren hin­ter­las­sen, sie hat auch intern ein­mal mehr deut­lich gemacht, auf wie dün­nem Eis sozia­le Basis­be­we­gun­gen in Mali bzw. West­afri­ka inge­samt wan­deln – sei es, weil die erfor­der­li­chen Res­sour­cen in nahe­zu jed­we­der Hin­sicht feh­len oder sei es, weil sich die Akti­vis­tIn­nen zunächst ein­mal um ihr eige­nes Über­le­ben küm­mern müs­sen. Afri­que-Euro­pe-Inter­act hat daher beschlos­sen, die poli­ti­sche Arbeit der mali­schen Grup­pen unse­res Netz­werks durch eine Spen­den- bzw. Umver­tei­lungs­kam­pa­gne hier­zu­lan­de zu unter­stüt­zen (inklu­si­ve steu­er­li­cher Absetz­bar­keit). Was das genau heißt, kann unse­rem Spen­den­auf­ruf ent­nom­men wer­den (sie­he unten), wobei aus­drück­lich dar­auf hin­ge­wie­sen sei, dass wir uns nicht nur über indi­vi­du­el­le Spen­den freu­en (ob groß oder klein), son­dern auch über Soli-Par­tys, pri­va­te Bin­go-Aben­de oder aber – und hier­um soll es nun­mehr genau­er gehen – die finan­zi­el­le Rück­kop­pe­lung der letz­ten Flug­rei­se mit dem von Afri­que-Euro­pe-Inter­act unter­stütz­ten Wider­stand gegen Land­grab­bing in Mali.

Neo­li­be­ra­le Schein­lö­sun­gen (Rezen­si­on)

Beitrag vom 03.08.2011

Der Gen­tech­nik-Befür­wor­ter Paul Col­lier macht Vor­schlä­ge zur Ret­tung der Welt

Peter Clausing

Der bri­ti­sche Öko­no­mie­pro­fes­sor Paul Col­lier nimmt in sei­nem im Mai in deut­scher Über­set­zung erschie­ne­nen Buch »Der hung­ri­ge Pla­net« für sich in Anspruch, »Ide­en aus der prä­zi­sen, aber schwer ver­ständ­li­chen Spra­che der moder­nen Wirt­schafts­wis­sen­schaft in eine Form zu über­set­zen, die auch außer­halb des engen Zir­kels von Fach­leu­ten gele­sen wer­den kann« (S. 14). Das ist ihm gelun­gen: Der Ver­ein­fa­chungs­grad des Buches liegt auf BILD-Niveau. In dem Werk wim­melt es von simp­len Ant­wor­ten auf noch simp­le­re Fra­gen – ver­mut­lich mit ein Grund, war­um Col­lier zu den Best­sel­ler­au­toren im Sach­buch­be­reich gehört. Doch bei falsch gestell­ten Fra­gen wer­den die Ant­wor­ten auch nicht rich­ti­ger, trotz der aus­ge­feil­ten Com­pu­ter­si­mu­la­tio­nen, auf die Col­lier so häu­fig Bezug nimmt. Ab und zu wer­den kor­rekt beschrie­be­ne Sach­ver­hal­te mit weni­ger kor­rek­ten Schluß­fol­ge­run­gen gekop­pelt, so daß man unwill­kür­lich an Georg Chris­toph Lich­ten­bergs Apho­ris­mus »Die gefähr­lichs­ten Unwahr­hei­ten sind Wahr­hei­ten, mäßig ent­stellt« den­ken muß.

Im Wett­lauf gegen die Zeit

Beitrag vom Juni/Juli 2011

von Peter Clausing

Boden­ero­si­on und Welt­ernäh­rung

Auch wenn, trotz über einer Mil­li­ar­de hun­gern­der Men­schen, der­zeit genü­gend Nah­rung für die gesam­te Welt­be­völ­ke­rung pro­du­ziert wird, zeich­net sich für die kom­men­den Jahr­zehn­te eine erheb­li­che Dis­kre­panz ab. Im Ver­gleich zu 1990 wird sich einer­seits die glo­ba­le land­wirt­schaft­li­che Nutz­flä­che bis 2025 um geschätz­te 82 Mil­lio­nen Hekt­ar und damit um zehn Pro­zent ver­grö­ßern. Die­se Erwei­te­rung steht jedoch einem erwar­te­ten Bevöl­ke­rungs­zu­wachs von 60 Pro­zent in dem glei­chen 35-Jah­res-Zeit­raum gegen­über. Zudem geht der Gewinn an land­wirt­schaft­li­cher Nutz­flä­che häu­fig mit der Zer­stö­rung von Wäl­dern ein­her. Par­al­lel dazu spielt sich eine stil­le Kata­stro­phe sozu­sa­gen direkt unter unse­ren Füßen ab: Schät­zun­gen zufol­ge sind welt­weit 25 Pro­zent des Bodens von Degra­da­ti­on betrof­fen. 1 Die­ser ernüch­tern­den Sta­tis­tik zum Trotz ist Welt­un­ter­gangs­stim­mung fehl am Platz. In sei­nem jüngs­ten Bericht an die UN-Voll­ver­samm­lung schreibt der Son­der­be­richt­erstat­ter für das Recht auf Nah­rung, Oli­vi­er de Schutter, dass die Klein­bau­ern des Südens, also dort, wo chro­ni­scher Hun­ger am stärks­ten prä­sent ist, inner­halb von zehn Jah­ren ihre Nah­rungs­mit­tel­pro­duk­ti­on ver­dop­peln könn­ten, und zwar auf umwelt­ver­träg­li­che Wei­se.2 Um dies zu ermög­li­chen, wäre ein ent­spre­chen­der poli­ti­scher Wil­le von­nö­ten. Das wür­de auch Maß­nah­men zur Boden­ver­bes­se­rung ein­schlie­ßen, deren Dring­lich­keit nicht über­be­tont wer­den kann.

Für den Erhalt des frei­en Saat­guts

Beitrag vom 19. 04. 2011

Akti­vis­ten über­rei­chen 50 000 Unter­schrif­ten gegen Reform in Brüs­sel. Am 17. und 18. April fan­den in Brüs­sel die ers­ten euro­päi­schen Saat­gut­ta­ge statt. (Hin­weis: am Ende waren es 58.000 Unter­schrif­ten)

Von Peter Clausing

Es wim­mel­te am Sonn­tag in der Mai­son de la Paix im Brüs­se­ler Stadt­teil Molen­beek. Das Kul­tur­zen­trum hat­te sich für einen Tag in die ers­te euro­päi­sche Saat­gut­tausch­bör­se ver­wan­delt und beher­berg­te fer­ner einen halb­tä­gi­gen inter­na­tio­na­len Mei­nungs­aus­tausch zum The­ma Saat­gut­ge­setz­ge­bung. 30 Erhal­tungs­in­itia­ti­ven für bedroh­te, nicht­kom­mer­zi­el­le Gemü­se- und Getrei­de­sor­ten aus zwölf euro­päi­schen Län­dern, der Tür­kei und Indi­en hat­ten ihre Stän­de auf­ge­baut, rund 500 Besu­cher und Teil­neh­mer folg­ten der Ein­la­dung.

Viel­falt oder Mono­pol?

Beitrag vom 19. 04. 2011

Euro­päi­sche Saat­gut­ak­ti­ons­ta­ge: Teil­neh­mer kri­ti­sie­ren Geset­zes­vor­ha­ben als Geld­druck­li­zenz für Kon­zer­ne und for­dern Umden­ken

Peter Clausing, Brüs­sel

Das Kul­tur­zen­trum in der Mai­son de la Paix im Brüs­se­ler Stadt­teil Molen­beek hat­te sich am Sonn­tag in eine Saat­gut­tausch­bör­se ver­wan­delt. Drei­ßig Erhal­tungs­in­itia­ti­ven für bedroh­te, nicht­kom­mer­zi­el­le Gemü­se- und Getrei­de­sor­ten aus zwölf euro­päi­schen Län­dern sowie der Tür­kei und Indi­en waren bei den ers­ten Euro­päi­schen Saat­gut­ak­ti­ons­ta­gen prä­sent. Sie dis­ku­tier­ten die mög­li­chen Fol­gen einer ver­schärf­ten Gesetz­ge­bung und Stra­te­gi­en, wie die­se ver­hin­dert wer­den kann. Am Mon­tag wur­den Gesprä­che geführt, Kon­tak­te zwi­schen den Teil­neh­mern geknüpft bzw. ver­tieft. Vor allem aber wur­de demons­triert: Ein Pro­test­marsch führ­te die Teil­neh­mer zu den Brüs­se­ler Ver­tre­tun­gen des Bay­er-Kon­zerns, der Ver­ei­ni­gung der Euro­päi­schen Saat­gut­fir­men sowie zum Sitz des Euro­pa-Par­la­ments. 51416 Unter­schrif­ten von Bür­gern aus 20 Län­dern wur­den dort über­ge­ben und sorg­ten dafür, die­sem drän­gen­den The­ma mehr öffent­li­che Auf­merk­sam­keit zu ver­schaf­fen.

»Lei­der noch weit von einem Mas­sen­the­ma ent­fernt«

Beitrag vom 19. 04. 2011

Am Wochen­en­de tra­fen sich in Brüs­sel Geg­ner der Ver­schär­fung des euro­päi­schen Saat­gut­rechts.

Ein Gespräch mit Hei­ke Schie­beck

Hei­ke Schie­beck vom Öster­rei­chi­schen Berg- und Klein­bäue­rIn­nen-Ver­band hat am Wochen­en­de an den Euro­päi­schen Saat­gut­ak­ti­ons­ta­gen in Brüs­sel teil­ge­nom­men. Sie lebt auf einem Hof des euro­päi­schen bäu­er­li­chen Netz­werks Lon­go maï und arbei­tet auch im Koor­di­nie­rungs­rat von La Via Cam­pe­si­na

In Brüs­sel fan­den jetzt die »Saat­gut­ak­ti­ons­ta­ge« statt – wor­um ging es denn da?

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