Mexi­ko: Kli­ma­wan­del, Land­wirt­schaft und Men­schen­rech­te

Beitrag vom 02.12.2010

Von Peter Clausing

Kli­ma­wan­del und Land­wirt­schaft

Nach Ein­schät­zun­gen des Welt­kli­ma­ra­tes (IPCC) wird in Mexi­ko der Ver­lust an land­wirt­schaft­li­cher Nutz­flä­che bis zum Jahr 2050 zwi­schen 13 und 27 Pro­zent betra­gen. Eine düs­te­re Per­spek­ti­ve mit Blick auf das völ­ker­recht­lich garan­tier­te Recht auf Nah­rung wie es unter ande­rem im Pakt über zivi­le und poli­ti­sche Rech­te (Arti­kel 6) und im Pakt über wirt­schaft­li­che, sozia­le und kul­tu­rel­le Rech­te (Arti­kel 11 und 12) zuge­si­chert ist. Die Leid­tra­gen­den die­ser Ent­wick­lung sind vor allem jene 40 Mil­lio­nen Mexi­ka­ner, die mit weni­ger als drei Dol­lar pro Tag aus­kom­men müs­sen – eine Zahl, die die 7,5 Mil­lio­nen mexi­ka­ni­schen Indi­genas nahe­zu voll­stän­dig ein­schließt.

Das Recht auf Viel­falt – Der Kampf um kri­sen­si­che­res Saat­gut

Beitrag vom 15.10.2010

Die Trans­for­ma­ti­on der Land­wirt­schaft. Über die Geschäfts­prak­ti­ken der ­inter­na­tio­na­len Saat­gut­in­dus­trie. Teil II (und Schluß): Der Kampf um kri­sen­si­che­res Saat­gut

Von Anne Schweig­ler und Peter Clausing

Den im Lau­fe des 20. Jahr­hun­derts ent­stan­de­nen Saat­gut­kon­zer­nen gelang es Schritt für Schritt, ihre Mono­pol­macht zu eta­blie­ren und juris­tisch abzu­si­chern – ein bis heu­te andau­ern­der Pro­zeß. Das betrifft sowohl die Bemü­hun­gen, die bestehen­de mono­pol­freund­li­che Gesetz­ge­bung aus­zu­wei­ten als auch die Ver­drän­gung alter Kul­tur­pflan­zen, Landsor­ten genannt, in jenen Tei­len der Erde, wo indus­tri­el­le Land­wirt­schaft und das dazu­ge­hö­ri­ge Saat­gut noch nicht durch­ge­setzt wor­den sind. Die Län­der des Südens haben aus Sicht der Kon­zer­ne in bei­den Punk­ten den größ­ten »Nach­hol­be­darf« und sind dem­zu­fol­ge beson­ders ver­letz­lich.

Im Griff der Mono­po­le

Beitrag vom 14.10.2010

Die Trans­for­ma­ti­on der Land­wirt­schaft. Über die Geschäfts­prak­ti­ken der inter­na­tio­na­len Saat­gut­in­dus­trie. Teil I: Die Durch­set­zung der Kon­zern­macht und deren juris­ti­sche Absi­che­rung.

von Anne Schweig­ler und Peter Clausing

Am 16. Okto­ber 1945 wur­de die Ernäh­rungs- und Land­wirt­schafts­or­ga­ni­sa­ti­on FAO (Food and Agri­cul­tu­re Orga­ni­sa­ti­on of the United Nati­ons) als Son­der­or­ga­ni­sa­ti­on der UNO gegrün­det. Laut ihren Sta­tu­ten hat sie die Auf­ga­be, die Pro­duk­ti­on und die Ver­tei­lung von land­wirt­schaft­li­chen Pro­duk­ten im all­ge­mei­nen und Nah­rungs­mit­teln im beson­de­ren welt­weit zu ver­bes­sern, um die Ernäh­rung sicher­zu­stel­len und den Lebens­stan­dard zu ver­bes­sern. Seit 1979 wird der 16. Okto­ber als Welt­ernäh­rungs­tag began­gen. Dem aktu­el­len Welt­hun­ger­index zufol­ge, der anläß­lich des am Mon­tag in Rom begon­ne­nen Welt­ernäh­rungs­gip­fels vor­ge­stellt wur­de, lei­den aktu­ell etwa eine Mil­li­ar­de Men­schen an Hun­ger und Unter­ernäh­rung. Der Anteil der inter­na­tio­na­len Saat­gut­kon­zer­ne an der Per­ma­nenz der glo­ba­len Hun­ger­kri­se ist Gegen­stand des fol­gen­den Bei­trags. (jW)

+++ Akti­on: Nein zum Aus­ver­kauf von Afri­ka! +++

Beitrag vom 09.08.2010

TERMIN BEACHTEN !!

Aus­län­di­sche Inves­to­ren haben inner­halb von drei Jah­ren allein in Afri­ka 20 Mil­lio­nen Hekt­ar Acker­land auf­ge­kauft. Wäh­rend die loka­le Bevöl­ke­rung an Hun­ger lei­det, pro­du­zie­ren die Inves­to­ren Nah­rungs­mit­tel und Ener­gie­pflan­zen für den Export. In Fol­ge des ‚Land Grab­bing‘ kommt es immer öfter zu Ver­trei­bun­gen und Land­kon­flik­ten. Leid­tra­gen­de sind die Men­schen, die von die­sem Land leben. Auch deut­sche Unter­neh­men sind am Wett­lauf um Land in Afri­ka betei­ligt! Die Bun­des­re­gie­rung kann eini­ges dage­gen unter­neh­men, doch bis­lang reagiert sie nur zöger­lich. Es ist höchs­te Zeit zu han­deln!

Hier geht es zur Akti­on:

Kuba: Revo­lu­ti­on der Nach­hal­tig­keit

Beitrag vom 04.08.2010

Aus: land & wirt­schaft, jun­ge Welt-Bei­la­ge vom 04.08.2010
Peter Clausing

Kubas Land­wirt­schaft befin­det sich in einer wich­ti­gen Pha­se, auch wegen der Schlüs­sel­po­si­ti­on, die ihr im Rah­men der wei­te­ren gesell­schaft­li­chen Ent­wick­lung bei­gemes­sen wird. Staats­prä­si­dent Raul Cas­tro sprach von einer »Fra­ge der natio­na­len Sicher­heit«. Ange­sichts der rund 1,5 Mil­li­ar­den US-Dol­lar, die der­zeit noch jähr­lich für Lebens­mit­tel­im­por­te aus­ge­ge­ben wer­den müs­sen, über­rascht es nicht, daß dem Ziel der Ernäh­rungs­sou­ve­rä­ni­tät so hohe Prio­ri­tät ein­ge­räumt wird. Und Kuba hat güns­ti­ge Vor­aus­set­zun­gen, um die­ses Ziel zu errei­chen – trotz wet­ter­be­ding­ter Ern­te­ver­lus­te (im Jahr 2008 wur­de zum Bei­spiel ein Drit­tel der gesam­ten Ern­te durch Hur­ri­kans ver­nich­tet). Denn das Land ver­fügt über opti­ma­le natür­li­che Rah­men­be­din­gun­gen und die nöti­ge Infra­struk­tur für schnel­le Wis­sens­ver­mitt­lung. Daß dies mit einer umwelt­ver­träg­li­chen und damit wirk­lich nach­hal­ti­gen Pro­duk­ti­ons­wei­se mög­lich ist, haben die über 200000 klein­bäu­er­li­chen Fami­li­en­be­trie­be unter Beweis gestellt, die auf inzwi­schen 41 Pro­zent der Acker­flä­che bereits 70 Pro­zent des land­wirt­schaft­li­chen Brut­to­in­lands­pro­dukts erzeu­gen. Rund die Hälf­te von ihnen betreibt Bio­land­bau.

Schön­red­ner bei der FAO

Beitrag vom 04.08.2010

Aus: land & wirt­schaft, jun­ge Welt-Bei­la­ge vom 04.08.2010
von Peter Clausing

Land­nah­me durch pri­va­te Inves­to­ren in Afri­ka und Latein­ame­ri­ka erreicht dra­ma­ti­sche Dimen­sio­nen. UN-Ernäh­rungs­or­ga­ni­sa­ti­on, Welt­bank und Ent­wick­lungs­po­li­ti­ker beto­nen »Chan­cen«

UNO-Exper­te: Bio­land­bau über­trifft indus­tri­el­le Land­wirt­schaft

Beitrag vom 22.06.2010

Der UN-Son­der­be­richt­erstat­ter für das Recht auf Nah­rung, Oli­vi­er De Schutter, erklär­te wäh­rend der Vor­stel­lung ent­pre­chen­der Ergeb­nis­se auf einer Inter­na­tio­na­len Agro­öko­lo­gie-Tagung in Brüs­sel am 21./22. Juni 2010, „die Regie­run­gen und inter­na­tio­na­len Orga­ni­sa­tio­nen müs­sen sich drin­gend zu einer mas­si­ven För­de­rung bio­lo­gi­scher Anbaut­rech­ni­ken ent­schlie­ßen, um die Nah­rungs­mit­tel­pro­duk­ti­on zu erhö­hen und das Kli­ma zu schüt­zen.“

Zusam­men mit 25 füh­ren­den Agro­öko­lo­gie-Exper­ten dräng­te der UNO-Exper­te die inter­na­tio­na­le Gemein­schaft, „die gegen­wär­ti­ge Land­wirt­schafts­po­li­tik zu über­den­ken“ und das Poten­ti­al des Bio­land­baus zu nut­zen.

Mein Kom­men­tar: Dies wäre ein not­wen­di­ger, aber kein hin­rei­chen­der Schritt, um den bei­den Kri­sen (Ernäh­rung, Kli­ma) bei­zu­kom­men – „ein­fach nur“ mit Bio­land­bau, ohne grund­le­gen­den gesell­schaft­li­chen Umbau, wer­den wir auf hal­bem Wege ste­cken blei­ben.

Natur­schutz im Kolo­ni­al­stil

Beitrag vom 09.06.2010

Erschie­nen in “jun­ge Welt” vom 09.06.2010
Peter Clausing

Natur­schutz hat – von weni­gen Aus­nah­men abge­se­hen – sein posi­ti­ves Image bis zum heu­ti­gen Tag bewahrt. Natur­schutz scheint von ras­sis­ti­schen und kolo­nia­lis­ti­schen Ideo­lo­gi­en weit ent­fernt zu sein. Das liegt ver­mut­lich dar­an, daß bei­spiels­wei­se der baye­ri­sche Natio­nal­park oder das Bio­sphä­ren­re­ser­vat Schorf­hei­de nicht unbe­dingt kolo­ni­al-ras­sis­ti­sche Asso­zia­tio­nen erzeu­gen. Fer­ner kann es einem so vor­kom­men, als ob Natur­schutz­ge­bie­te nicht mit Ras­sis­mus und Kolo­nia­lis­mus in Ver­bin­dung gebracht wer­den kön­nen, weil sie schein­bar nicht mit Men­schen zu tun haben. Ein Blick in die Geschich­te zeigt, daß bei­de Annah­men nicht zutref­fen.

Gen-kon­ta­mi­nier­ter Mais in 7 Bun­des­län­dern aus­ge­sät

Beitrag vom 06.06.2010

Links­zei­tung vom 06.06.2010

Nie­der­sach­sens Gen-Skan­dal wei­tet sich aus

Gen-Mais Han­no­ver (LiZ). Trotz Anbau-Ver­bot und Hin­wei­sen von Green­peace ist gen-kon­ta­mi­nier­ter Mais nicht nur in Nie­der­sach­sen (wir berich­te­ten am 7. Mai), son­dern in ins­ge­samt sie­ben Bun­des­län­dern aus­ge­sät wor­den. Dem­nach wächst auf bis zu 300 Hekt­ar die kon­ta­mi­nier­te Mais-Sor­te Hi-Bred des Gen­tech-Kon­zerns Pioneer. Obwohl die Behör­den seit über einem Monat Bescheid wis­sen, wur­de die Aus­wei­tung des Skan­dals auf sie­ben Bun­des­län­der jetzt erst durch Green­peace auf­ge­deckt.

Nein zum Aus­ver­kauf von Afri­ka!

Beitrag vom 01.06.2010

Das INKO­TA-Netz­werk führt der­zeit eine Pro­test­ak­ti­on gegen Land Grab­bing und die damit ver­bun­de­nen schwer­wie­gen­den Kon­se­quen­zen für Klein­bau­ern und die loka­le Bevöl­ke­rung durch.

Aus­län­di­sche Inves­to­ren haben inner­halb von drei Jah­ren allein in Afri­ka 20 Mil­lio­nen Hekt­ar Acker­land auf­ge­kauft. Wäh­rend die loka­le Bevöl­ke­rung an Hun­ger lei­det, pro­du­zie­ren die Inves­to­ren Nah­rungs­mit­tel und Ener­gie­pflan­zen für den Export. Die Bun­des­re­gie­rung kann eini­ges dage­gen unter­neh­men, doch bis­lang reagiert sie nur zöger­lich. Es ist höchs­te Zeit zu han­deln!

Schi­cken Sie eine Pro­test­mail an die Bun­des­re­gie­rung mit der Auf­for­de­rung, den Aus­ver­kauf von Land in Afri­ka und anders­wo sofort zu stop­pen.

Tag-Wolke